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CDU Chorweiler schlägt Leihstationen für Kölner Norden vor – SPD tatenlos

Die Bezirksvertretung Chorweiler hat sich dafür ausgesprochen, die Einrichtung eines stationsgebundenen Verleihsystems für Fahrräder und E-Scooter zu prüfen. Die Initiative geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück, der in seiner ursprünglichen Form beschlossen wurde. Ich unterstütze diesen Antrag ausdrücklich. Viele Wege innerhalb des Stadtbezirks sind zu weit, um sie bequem zu Fuß zurückzulegen. Gleichzeitig ist...

Dirk Bachhausen
Aug 17, 20263 min read

ie Bezirksvertretung Chorweiler hat sich dafür ausgesprochen, die Einrichtung eines stationsgebundenen Verleihsystems für Fahrräder und E-Scooter zu prüfen. Die Initiative geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück, der in seiner ursprünglichen Form beschlossen wurde.

Ich unterstütze diesen Antrag ausdrücklich. Viele Wege innerhalb des Stadtbezirks sind zu weit, um sie bequem zu Fuß zurückzulegen. Gleichzeitig ist die Anbindung an Bus, S-Bahn und Stadtbahn an zahlreichen Stellen weiterhin unzureichend oder unzuverlässig.

Während Leihfahrräder und E-Scooter in der Kölner Innenstadt längst zum Alltag gehören, ist das Angebot im Stadtbezirk Chorweiler bislang deutlich eingeschränkter. Dabei umfasst der Bezirk eine Fläche von rund 67 Quadratkilometern und besteht aus sehr unterschiedlichen, teilweise weit auseinanderliegenden Stadtteilen.

Für Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Stadtbezirk könnten Leihräder und E-Scooter insbesondere bei der sogenannten „letzten Meile“ hilfreich sein. Gemeint ist damit der Weg von der eigenen Wohnung zu einer Haltestelle oder von einer Bus- beziehungsweise Bahnstation zum eigentlichen Ziel.

Ob tatsächlich auch in Lindweiler eine Verleihstation eingerichtet wird, steht derzeit noch nicht fest. Genau deshalb ist die nun beschlossene Prüfung wichtig. Bei der Auswahl der Standorte müssen die Interessen der einzelnen Stadtteile angemessen berücksichtigt werden. Lindweiler darf dabei nicht erneut übersehen werden.

Feste Stationen statt wild abgestellter Fahrzeuge

Besonders sinnvoll ist, dass die CDU kein klassisches „Free-Floating“-System für den Kölner Norden vorschlägt. Bei solchen Modellen können Fahrräder und E-Scooter an nahezu beliebigen Orten abgestellt werden. Die negativen Folgen sind aus der Innenstadt bekannt: Fahrzeuge blockieren Gehwege, stehen auf Radwegen oder werden an vollkommen ungeeigneten Stellen zurückgelassen.

Im Stadtbezirk Chorweiler mit seinen teilweise engen Straßen, schmalen Bürgersteigen sowie zahlreichen Grünflächen und Landschaftsschutzgebieten wäre ein solches Modell kaum geeignet.

Der Antrag setzt daher auf feste Verleih- und Rückgabestationen. Technische Lösungen wie Geofencing könnten verhindern, dass eine Ausleihe außerhalb der vorgesehenen Abstellbereiche beendet wird. Ergänzend wären Kontrollen und ordnungsrechtliche Maßnahmen möglich.

Dieses Konzept verbindet zusätzliche Mobilitätsangebote mit klaren Regeln. Es sorgt dafür, dass Fahrräder und E-Scooter genutzt werden können, ohne Fußgängerinnen und Fußgänger zu behindern oder öffentliche Flächen ungeordnet zuzustellen.

21 mögliche Standorte im Stadtbezirk

In dem CDU-Antrag werden insgesamt 21 mögliche Standorte für Verleihstationen genannt. Dazu zählen wichtige Bus- und Bahnhaltestellen, zentrale Kreuzungen sowie Ziele am Fühlinger See, beispielsweise die Badestellen und die Ruderinsel.

Auch der Grünen-Bezirksvertreter Marc Kersten begrüßte die Initiative. Nach Recherchen seiner Fraktion müsste die KVB allerdings rund eine Million Euro investieren, um den gesamten Stadtbezirk mit Leihrädern zu versorgen. Da neben der KVB auch private Anbieter geprüft werden sollen, bestehen dennoch realistische Möglichkeiten für eine Umsetzung.

Der Beschluss bedeutet noch nicht, dass das Verleihsystem tatsächlich eingeführt wird. Zunächst muss die Verwaltung untersuchen, welche Standorte geeignet sind, welche Anbieter infrage kommen, wie hoch die Kosten wären und wie ein stationsgebundenes Modell praktisch umgesetzt werden könnte.

Wo bleibt die SPD?

Umso mehr verwundert mich, dass von der SPD in Chorweiler zu diesem Thema bislang keine erkennbare öffentliche Initiative vorliegt. Nach meinem Kenntnisstand gibt es weder eine ausführliche Veröffentlichung noch ein eigenes Konzept oder einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung der stationsgebundenen Nahmobilität im Stadtbezirk.

Gerade von einer Partei, die soziale Teilhabe und bezahlbare Mobilität zu ihren politischen Kernthemen zählt, wäre eine aktive Beteiligung zu erwarten. Mobilität entscheidet schließlich darüber, ob Menschen ihren Arbeitsplatz, Bildungseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Angebote oder Freizeitziele zuverlässig erreichen können.

Die bisherige Zurückhaltung der SPD ist deshalb schwer nachvollziehbar. Es reicht nicht, Probleme bei Bus, Bahn und Stadtteilverbindungen regelmäßig zu benennen. Notwendig sind konkrete, umsetzbare Vorschläge.

Der CDU-Antrag bietet zumindest einen solchen Ansatz. Er löst nicht alle Verkehrsprobleme im Kölner Norden, kann aber eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr schaffen. Deshalb unterstütze ich die Prüfung eines stationsgebundenen Verleihsystems ausdrücklich.

Nun kommt es darauf an, dass die Prüfung nicht jahrelang in den Verwaltungsabläufen verschwindet. Lindweiler und die anderen Stadtteile im Kölner Norden benötigen praktische Verbesserungen der Mobilität – nicht irgendwann, sondern möglichst bald.

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