Skip to content

Tag 1: Ham­burg – Itzehoe

Wir waren geistig darauf vorbereitet erst gegen 10 Uhr oder 10 Uhr 30 in Hamburg aus dem Zug zu steigen, doch der Zug war auf die Minute pünktlich in Hamburg, wenn auch am Bahnhof Hamburg Harburg, also am falschen Ende der Stadt. Damit aber ist unser Kontingent an Wundern für den heutigen Tag erschöpft. Na...

Le Chat à Vélo
Aug 22, 20263 min read
1

ir waren geis­tig dar­auf vor­be­rei­tet erst gegen 10 Uhr oder 10 Uhr 30 in Ham­burg aus dem Zug zu stei­gen, doch der Zug war auf die Minu­te pünkt­lich in Ham­burg, wenn auch am Bahn­hof Ham­burg Har­burg, also am fal­schen Ende der Stadt. Damit aber ist unser Kon­tin­gent an Wun­dern für den heu­ti­gen Tag erschöpft. Na gut, der Kaf­fee irgend­wo bei den Fisch­hal­len war eigent­lich auch ziem­lich wun­der­bar, vor allem im ver­gleich zum Blüm­chen­kaf­fee im Nacht­zug. Gegen den bin ich aber die­ses Jahr gewapp­net, ich habe mir ein Bei­spiel an mei­nem Cou­sin genom­men und fet­te jetzt gna­den­los jeden Blüm­chen­kaf­fee mit Nes­ca­fé auf bis der Löf­fel drin ste­cken bleibt.

Noch vor dem guten Kaf­fee haben wir schon das ande­re High­light des heu­ti­gen Tages pas­siert: der alte Elb­tun­nel aus dem Jahr 1911 erspart und einen Umweg und eine nur stünd­lich ver­keh­ren­de Fäh­re. Wir fah­ren wie die Arbei­ter aus Metro­po­lis mit dem Lift in die Tie­fe, dann durch die Tun­nel­röh­re mit ihren Tier-Reli­efs (haupt­säch­lich Mee­res­ge­tier, aber irgend­wo gibt es angeb­lich auch ein Rat­ten-Reli­ef, das wir ver­passt haben) und auf der ande­ren Sei­te wie­der ans Tages­licht. Sehr inter­es­san­tes Gebäu­de, auch die tech­ni­sche Leis­tung dahin­ter ist beacht­lich, und wir waren ver­wun­dert, dass es erst seit gut 20 Jah­ren unter Denk­mal­schutz steht.

Weni­ge hun­dert Meter nach dem guten Kaf­fee beginnt der weni­ger schö­ne Teil der heu­ti­gen Tour: Auf ein­mal wird der Him­mel anthra­zit­grau und wir kön­nen uns gera­de noch ein einen Haus­ein­gang ret­ten, in dem wir dann die nächs­ten 20 Minu­ten ver­brin­gen bis der Regen fast so plötz­lich endet wie er begon­nen hat. Ins­ge­samt spie­len wir die­ses Spiel heu­te 5 Mal, dazwi­schen kommt sogar die Son­ne her­aus, der Him­mel leuch­tet blau und wirkt als könn­te er kein Wäs­ser­chen trü­ben, geschwei­ge denn auf uns her­ab­schüt­ten. Auf die­se Art brau­chen wir für 78 Kilo­me­ter brut­to 7.5 Stun­den, dan­ke, ich kann mir den Schnitt sel­ber aus­rech­nen. Beim letz­ten Guss, den wir unter dem Vor­dach einer Tank­stel­le über­dau­ern, reicht es uns dann. Auf die­se Art kom­men wir nicht wei­ter, wir stei­gen als es weni­ger wird aufs Rad. Und wer­den nass. Nass bedeu­tet hier bei 14 Grad eis­kal­te Fin­ger und Zehen, denn wir sind in die­sem Som­mer ande­re Tem­pe­ra­tu­ren gewöhnt. Hof­fen wir mal, dass die Sachen bis mor­gen in der Früh halb­wegs tro­cken sind.

Jetzt Itze­hoe, klei­ne Stadt mit rund 30.000 Einwohner*innen im Ham­bur­ger Speck­gür­tel. Von den Häu­sern in der Alt­stadt über die Ein­fa­mi­li­en­häu­ser am Stadt­rand bis zum Bahn­hof und Kir­che ist hier alles aus rotem Klin­ker, teil­wei­se sogar die Geh­stei­ge. Die Rad­we­ge sind dafür dann schwarz gepflas­tert, sonst wür­de man sie ja nicht sehen. Mit dem Rad gefah­ren wird hier nicht wenig, dafür aber viel mit dem E‑Bike (wer sich die Wind­kar­te ansieht, weiss war­um). Rad­weg-Infra­struk­tur ist gross­teils vor­han­den, auch auf Über­land­stre­cken, teil­wei­se aber in mäs­si­ger Qua­li­tät. Wir sind dazu über­ge­gan­gen die Benut­zungs­pflicht ein­fach zu igno­rie­ren und dort zu fah­ren, wo man kann, nicht dort, wo vor 30 Jah­ren eine Behör­de gemeint hat, dass man muss. Bis jetzt haben die Auto­fah­ren­den das akzep­tiert (fah­ren vie­le wohl sel­ber und ken­nen die gepflas­ter­ten Rum­pel­pis­ten aus eige­ner Erfah­rung). Wo war ich? Ach ja, Itze­hoe. Wir haben den hal­ben Nach­mit­tag im Hotel ver­pennt und dann ist natür­lich alles schon geschlos­sen, aber ein Spa­zier­gang durch die Stadt geht sich aus. Sehr hübsch, so ein rotes Städt­chen, und zugleich sehr grün. Das ist näm­lich ein gros­ses Plus an der Lage hier im Nor­den: es gibt hier Vor­gär­ten, Parks und Fel­der, die nicht aus­se­hen wie die Trockenblumengestecke.

Die Fotos

Die Stre­cke

[ele­va­ti­on gpx=https://le-chat-a-velo.at/wp-content/uploads/2026/08/R201736611.gpx time=summary distancemarkers=true waypoints=true slope=0 ][zoom­ho­me­map ][lay­ers­witch mapids=OpenStreetMap DE,CyclOSM,OpenCycleMap,Mountainbike,OpenTopoMap,OPNVKarte,Esri WorldImagery,Alidade (Smooth),Alidade (Smooth Dark),Basemap AT,Basemap AT (grau),Basemap AT (orthofoto),TopPlus (Grey),TopPlus (Color),Stamen (Toner),Stamen (Terrain),Cycling Paths,Hiking Paths,OpenRailwayMap providers=OpenStreetMap.DE,CyclOSM,Thunderforest.OpenCycleMap,MtbMap,OpenTopoMap,OPNVKarte,Esri.WorldImagery,Stadia.AlidadeSmooth,Stadia.AlidadeSmoothDark,BasemapAT.basemap,BasemapAT.grau,BasemapAT.orthofoto,TopPlusOpen.Grey,TopPlusOpen.Color,Stadia.StamenTonerLite,Stadia.StamenTerrain,WaymarkedTrails.cycling,WaymarkedTrails.hiking,OpenRailwayMap ][full­screen ]

Track Down­loads
    Ham­burg – Itzehoe

Did you enjoy this article?

Recommend it — Standard Reader surfaces well-loved writing to more readers across the network.

Across the AtmosphereDiscussions