Ein Kumpel besuchte die Website von Machart Studios Mannheim, und dann fand er das hier … (Update)
Update 17.3.2016 Die Machart Studios haben Kontakt zu mir aufgenommen und sich in aller Form entschuldigt. Man wisse nicht, wie das passieren konnte, aber so etwas dürfe einfach nicht passieren…
Update 17.3.2016
ie Machart Studios haben Kontakt zu mir aufgenommen und sich in aller Form entschuldigt. Man wisse nicht, wie das passieren konnte, aber so etwas dürfe einfach nicht passieren. Meine Infografik und der Text wurden entfernt, und stattdessen wird jetzt auf meinen Blogeintrag verwiesen.
Ich finde, das ist eine gute Reaktion (ich habe da schon ganz andere Sachen erlebt!), und für mich ist die Sache damit erledigt.
Letzte Woche bekam ich eine E-Mail: „War das nicht von DIR? Schau mal hier: http://www.machart-studios.de/lexikon/t/typografie/.“
Ja, da ist in der Tat was von mir.
2009 veröffentlichte ich den Artikel Schriftklassifikation und Buchstabenanatomie. Dafür hatte ich diese Infografik gestaltet und unter die CC-Lizenz „Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“ gestellt :
Ich weiß nicht, ob man einen überdurchschnittlich hohen Bildungsgrad benötigt, um so eine Lizenz zu verstehen, oder ob es einfach zu dunkel war und man den Link zur Lizenz nicht erkennen konnte oder was auch immer es sonst für absurde Erklärungsversuche gäbe, warum die Machart Studios GmbH aus Mannheim nicht nur diese Lizenz komplett ignoriert, sondern auch den dezenten Hinweis auf www.qxm.de aus meiner Infografik herausretuschiert hat.
Jedenfalls ist das hier seit April 2013 (laut archive.org) auf den Seiten der Machart Studios zu finden:
Dummerweise war damals, als sich jemand bei den Machart Studios überlegt hat: Wir brauchen noch irgendeinen Mehrwert für unsere Website – lasst uns doch einfach ein Lexikon machen, das kommt immer gut, und da schreiben wir z. B. was zur Buchstabenanatomie rein, wohl nicht nur der Artdirektor gerade im Urlaub, sondern dem Texter waren offensichtlich auch just die Buchstaben ausgegangen, deshalb musste Copy und Paste aushelfen:
Mein Text:
Aber wie beschreibt man eigentlich Buchstaben? Oder Schriften? Oder die Unterschiede zwischen Schriften? Bei einer Frutiger und einer Baskerville wäre das ja noch relativ leicht (die eine Schrift hat Serifen, die andere nicht), bei einer Walbaum und einer Bodoni (beides klassizistische Antiquas) wird’s wegen der subtileren Unterschiede aber schon viel schwieriger. Damit man sich verständlich machen kann, benötigt man (wie überall) das entsprechende Vokabular.
Der Text auf der Machart-Studios-Seite (100%-Übereinstimmungen gelb unterlegt):
Wie aber beschreibt man eigentlich die Unterschiede zwischen Schriften? Bei einer Frutiger und einer Baskerville wäre das ja noch relativ leicht (die eine Schrift hat Serifen, die andere nicht), bei einer Walbaum und einer Bodoni (beides klassizistische Antiquas) wird's wegen der subtileren Unterschiede aber schon viel schwieriger. Damit man sich verständlich machen kann, benötigt man (wie überall) das entsprechende Vokabular.
Sich bei Kollegen zu bedienen und das dann als Eigenleistung verkaufen – dazu braucht’s eine besondere Mischung aus Ideenlosigkeit, Bequemlichkeit und Chuzpe. Deshalb geht mein ganz persönlicher Plagiarius dieses Jahr nach Mannheim. Herzlichen Glückwunsch, Machart Studios.
Was mich interessiert: Glauben die wirklich, dass das nicht auffliegt? (Okay, ging ja immerhin fast drei Jahre gut) Oder ist denen das vielleicht sogar völlig schnurz, ob es auffliegt?Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Ich gebe gern. Es gab hier in den letzten knapp 13 Jahren eigene Schriften zum freien Download, eine PHP-Serverlog-Lösung, diverse kleine Programme und Applescripts, viele Photoshop-Tutorials etc. Aber immer, wenn sich jemand bei mir bedient und die Sachen als Eigenleistung ausgibt (in diesem Fall handelt es sich um eine Werbeagentur!), frage ich mich, ob sich es sich überhaupt noch lohnt, Mühe in aufwändigere Artikel zu stecken.
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