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Heute ist das Morgen von gestern

Computer Über meinen ersten Computer, einen C64, den ich Weihnachten 1983 geschenkt bekam, sagte ein Kumpel damals sinngemäß: „Was genau macht man mit so einem Ding? Das ist doch reiner Selbstzweck –…

Esse est percipi
Jun 12, 20143 min read1 read

Computer

ber meinen ersten Computer, einen C64, den ich Weihnachten 1983 geschenkt bekam, sagte ein Kumpel damals sinngemäß: „Was genau macht man mit so einem Ding? Das ist doch reiner Selbstzweck – zu nichts nutze!“ Dieser Ansicht war offenkundig auch die Stiftung Warentest, die im Oktober 1984 einen Heimcomputertest durchführte und unter anderem schrieb:

James Morgan hat die Situation erkannt: »Kein einziges Unternehmen der Heimcomputer-Branche hat der amerikanischen Öffentlichkeit einen einleuchtenden Grund dafür genannt, weshalb man sich einen Heimcomputer kaufen sollte«. […]
Auch wir können da nicht weiterhelfen. Obwohl es ein Hauptziel unseres Tests war, herauszufinden, welche heimischen Anwendungsgebiete es für einen kleinen Computer geben könnte, sind wir in monatelangen Prüfungen nicht fündig geworden.

DTP

1986, in meinem ersten Studienjahr, stellte Apple unserer Hochschule für ein paar Wochen zehn mit AppleTalk vernetzte Macintosh Plus und einen Laserwriter zur Verfügung. Ich war begeistert: „Das ist die Zukunft“, fand ich. „Wird sich gegen Fotosatzmaschinen nie durchsetzen“, widersprach unser Typographielehrer, „und eine Dunkelkammer für die Repro braucht man in 20 Jahren immer noch.“

E-Mail

1995, als ich mit einem 14.4er Modem und Netscape Navigator 1.0 (Trivia: Der Codename für die Entwicklung hieß damals „Mozilla“, ein Kofferwort für „Mosaic Killer“) das WWW entdeckte, versuchte ich einem Kumpel die Vorzüge von E-Mail (Eudora!) näher zu bringen. Er: "Nee danke, absolut kein Bedarf. Ich sehe da auch ehrlich gesagt keinen großen Nutzen drin.“

Websites

1998 erklärte ich einem Kunden, warum die Zukunft im Netz liege und er unbedingt eine Website brauche. Nachdem sich der Vorstand beraten hatte, teilte er mir mit, dass man zwar durchaus aufgeschlossen sei, was neue Kommunikationskanäle angehe, man aber nicht wirklich daran glaube, dass sich das WWW in absehbarer Zeit in irgendeiner Form durchsetzen werde.

Blogs

2003 eröffnete ich dieses Weblog und erzählte ungefragt sämtlichen Freunden und Kollegen ebenso blumig wie begeistert, wie super das sei, dass man mit minimalstem Aufwand Texte, Fotos, Filme und Musik veröffentlichen könne, die dann jeder auf der Welt sofort sehen könne! Bzw. hören! Was mir entgegenschlug, ist mit Skepsis eher wohlwollend beschrieben. Die meisten dachten an eine vorübergehende Modeerscheinung und erklärten mich wahrscheinlich insgeheim für ein wenig bekloppt.

„Aber hier, wie überhaupt,
kommt es anders, als man glaubt“

Im Schnitt besaß 2013 jeder deutsche Haushalt 1,65 Computer. 80% aller Menschen ab 10 Jahren nutzten den Computer jeden Tag.

Fotosatzmaschinen sind seit Anfang der 1990er Jahre restlos ausgestorben. Schriftsatz und Bildbearbeitung werden seitdem nahezu ausschließlich mit Computern gemacht.

91% aller deutschen Internet-Nutzer senden und empfangen E-Mails, weltweit wurden 2013 pro Sekunde 3,7 Millionen E-Mails verschickt. .

Zur Zeit gibt es 15.726.878 registrierte .de-Domains. Die Anzahl aller Websites im Netz stieg 2013 weltweit um 103 Millionen auf 759 Millionen – das bedeutet: im Schnitt kommt auf jeden 10. Erdenbürger eine Website!

2013 gab es geschätzt insgesamt 152 Millionen Blogs im WWW, seither kamen jede Sekunde zwei hinzu.

esse est percipi ist eins davon. Heute wird es 11 Jahre alt.

Gestern war heute morgen Erstens kommt es anders ...

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