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Kinder, wie die Zeit vergeht …

Zehn Jahre esse est percipi qxm.de, ca. 1997. Man beachte die prima Große-Vernetzte-Internet-Welt-Kommunikations-Visualisierungs-Metapher! Der Anfang 2003, als Schröder noch Kanzler und Webstandards…

Esse est percipi
Jun 12, 2013 · 3 min read · 1 read

Zehn Jahre esse est percipi

xm.de, ca. 1997. Man beachte die prima Große-Vernetzte-Internet-Welt-Kommunikations-Visualisierungs-Metapher!

Der Anfang

2003, als Schröder noch Kanzler und Webstandards weitgehend unbekannt waren, als Apple sich noch um die Pro-User kümmerte und gerade den G5 herausbrachte, als eine 128 MB (Megabyte!) CF-Karte um die 60 Euro kostete und CDs das verbreitetste Backup-Medium waren, als man noch mit Siemens-Handys telefonierte und just der erste iPod mit Dock Connector erschien – da wurde aus qxm.de dieses Weblog:

esse est percipi im Juli 2003. Gerade mal sechs Wochen alt und schon ein Archiv! Und RSS!

Wie man am Kalender (den damals jedes Blog haben musste) erkennen kann, war die Blogfrequenz ungleich höher als heute, manchmal gab es sogar zwei Einträge pro Tag! Völlig neu war damals übrigens der feststehende halbtransparente Header, unter dem der Inhalt hindurchscrollte.

Die Apple-Website sah damals so aus:

Die Apple-Website 2003, kurz vor der WWDC. Damals konnte noch niemand ahnen, dass dort genau 10 Jahre später ein geschmackloses iOS-Redesign in „Mein-kleines-Pony“-Farben vorgestellt werden würde.

Erster Geburtstag

Ein Jahr später hatte sich das Layout nur in Details geändert, das Grafikdesign war im großen und ganzen gleich geblieben. Wöchentlich kamen Anfragen: „Wie hast du das mit dem Header gemacht?“ Später gab es auch einige Plagiate.

esse est percipi im Juni 2004. Anfang des Jahres war Garageband erschienen, seitdem plagte ich meine Leser regelmäßig mit Eigenkompositionen.

Die nächsten Jahre

Allmählich rückten Blogs auch ins Bewusstsein der restlichen Internetnutzer. In den Medien wurden Weblogs mangels passender Schubladen als „Internettagebücher“ umschrieben, was ein paar der alten Haudegen regelmäßig auf die Palme brachte. Mich nicht, ich begann meine Reihe „Liebes Tagebuch“.

Noch hieß es übereinstimmend das Blog, das sollte sich aber einige Jahre später unumkehrbar ändern.

Da ich regelmäßig Blogeinträge veröffentlichte, die offensichtlich auch gelesen wurden, gehörte esse est percipi eine Zeit lang zu den sogenannten „Top-Blogs“:

esse est percipi auf Platz 5 der deutschen „Top-Blogs“, vor dem Lawblog! Das waren verrückte Zeiten …

Die wichtigsten Blogeinträge

Im Mai 2004 erschien „Hardware Hack für DVB-T Empfang“ – mit über einer Million Aufrufen und 619 Kommentaren der mit Abstand meistgelesene und -kommentierte Artikel.

Im Juli 2008 dann der erste Scoop: Jung von Matt und das Mercedes Benz Sound-Logo. Es ging darum, dass das Soundlogo, das von Mercedes zur Einführung mit blumigsten Worten vorgestellt wurde, eben nicht extra komponiert, sondern 1:1 von einer für jedermann frei erhältlichen Sampling-CD übernommen worden war. Mercedes Benz reagierte im Daimler Blog.

2011 erschienen zwei weitere Einträge, die etwas weitere Kreise zogen: „Trikot-Typografie“ und „Geschmacksverirrung“. Beide Artikel handelten von verunglückter Typographie.

Resümee

Heute vor genau zehn Jahren erschien hier der erste Blogeintrag. In der letzten Zeit schreibe ich zwar wesentlich seltener in dieses Weblog, aber immer noch genau so gern wie damals.

Und obwohl ich nie auf irgendwelchen Bloggertreffen oder -konferenzen war, habe ich durch dieses Blog einige Menschen persönlich kennen gelernt. Mit manchen habe ich zusammen an Projekten gearbeitet, einige ließen sich ihre Drucksachen oder ihre Website von mir gestalten und mit anderen bin ich einfach nur befreundet.

Dieses Weblog ist bisher das beste, was mir im Internet passiert ist – ich bin gespannt auf die nächsten zehn Jahre!

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