Einäugige Stahlklumpen mit Taxilicht
Gibt es eigentlich irgendeine geheime Maßgabe des IOC an die Ausrichter der Olympischen Spiele, die jeweiligen Maskottchen immer von besonders unbegabten Praktikanten entwerfen zu lassen, denen…
ibt es eigentlich irgendeine geheime Maßgabe des IOC an die Ausrichter der Olympischen Spiele, die jeweiligen Maskottchen immer von besonders unbegabten Praktikanten entwerfen zu lassen, denen jedweder Sinn für Ästhetik abgeht? Wahrscheinlich nicht, aber vor acht Jahren dachte ich noch: schlimmer kann’s nicht kommen. Bis ich Wenlock und Mandeville sah:
Screenshot Google Suchergebnis
Das sind die Maskottchen der Spiele 2012 in London. Sie sind das Ergebnis einer sich über Monate hinziehenden Auswahl aus über 100 Entwürfen von Designern, Künstlern und Agenturen, erzählt man stolz auf der offiziellen Website. Sie haben ein Taxilicht auf dem Kopf und Freundschaftsbänder in den Farben der Olympischen Ringe an den Armen. Und sie sind aus den Stahlresten des letzten Verbindungsträgers für das Olympische Stadion gemacht, von Grandpa George, einem ehemaligen Stahlarbeiter, jetzt Rentner, erfährt man in diesem Film:
„Und dann kam das Licht des Regenbogens und erschuf Wenlock und Mandeville. Seitdem haben die Maskottchen auf ihren Regenbogen (Regenbögen?) das ganze Vereinigte Königreich bereist, um allen …“ – meine Güte! Das ist – selbst für 11jährige – so schwer zu ertragen, dass man geneigt ist, sich schon am helllichten Tag einen zu genehmigen man sich fragt, wie furchtbar wohl die anderen 100 Entwürfe/Konzepte ausgesehen haben mögen, und ob es da wirklich nichts besseres gab.
Bei einer nicht repräsentativen Umfrage im Freundeskreis (Alter: 11 bis 55) wollte kein einziger Teilnehmer so einen einäugigen Stahlklumpen haben, auch nicht geschenkt. Ein paar der jüngeren wären immerhin – gegen eine geringe Gebühr – bereit gewesen, sich den obigen Film bis zum Ende anzusehen.
Die Maskottchen für die Spiele in Rio wurden bisher noch nicht vorgestellt. Nach Wenlock und Mandeville darf man allerdings schlimmes befürchten.
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