Geschmacksverirrung
„C. Bertelsmann killt Helvetica“ schrieb mir Ben Schwan gestern mit den Links zum englischen und deutschen Cover der mittlerweile vorbestellbaren Steve Jobs-Biographie, und: „Was zur Hölle ist das…
C. Bertelsmann killt Helvetica“ schrieb mir Ben Schwan gestern mit den Links zum englischen und deutschen Cover der mittlerweile vorbestellbaren Steve Jobs-Biographie, und: „Was zur Hölle ist das für ein Font?“.
Das auf dem deutschen Cover ist die Akzidenz Grotesk. Warum aber die Bertelsmann-Grafiker ausgerechnet diese Schrift anstelle der Helvetica Neue des englischen Covers verwendet haben, und dazu noch in drei verschiedenen Schnitten (Extended!), vermag ich auch nicht zu erklären.
Die Akzidenz Grotesk hat mit Steve Jobs, Apple, Mac Os X oder iOs nämlich überhaupt nichts zu tun – die Helvetica dagegen ist seit den ersten Laserdruckern fester Bestandteil aller Mac-Betriebssysteme, beim iOS ist sie sogar Systemschrift.
Ganz abgesehen davon, dass die Typographie auf dem englischen Cover wesentlich eleganter wirkt als die auf dem deutschen:
Schlimm: Weil die Bertelsmann-Grafiker Platz für drei Zeilen brauchten, mussten sie das Foto von Jobs vertikal stauchen:
Grün: Original, rot: Bertelsmann
Alles in allem sieht das deutsche Cover so aus, als ob es in einer Praktikantenabteilung entstanden ist. Aber wahrscheinlich ist es ohnehin besser, die Jobs-Biographie im Original zu lesen.
Update 11.9.2012
Obwohl man ein Jahr Zeit hatte, das Cover zu überarbeiten, hat die gerade erschienene Taschenbuchausgabe aus von mir nicht nachvollziehbaren Gründen den gleichen Titel erhalten.
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