Liebes Tagebuch (133)
In meiner Jugend sahen die Vorbereitungen für ein Fußballspiel ungefähr so aus: Die beiden besten Kicker stellten sich zwei bis drei Meter entfernt voneinander auf, setzten mit den Worten „Tip“ bzw…
n meiner Jugend sahen die Vorbereitungen für ein Fußballspiel ungefähr so aus: Die beiden besten Kicker stellten sich zwei bis drei Meter entfernt voneinander auf, setzten mit den Worten „Tip“ bzw. „Top“ ihre Füße abwechselnd Ferse an Pike voreinander, und wer zum Schluss als letzter einen ganzen Fuß in die Lücke bekam, hatte die Wahl des ersten Spielers gewonnen. Danach wurde abwechselnd nominiert, bis die Mannschaften vollzählig waren. Die übrig gebliebenen taten mir immer ein wenig leid, obwohl – oder vielleicht gerade weil – es denen wirklich gründlich an Technik und Spielverständnis mangelte.
Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, alle diese übrig gebliebenen sind als Erwachsene Fußballkommentatoren geworden. Aus Trotz. Man nennt das in der Psychologie, glaube ich, Überkompensation. Schade nur, dass die meisten seit ihrer Jugend an Spielverständnis nicht allzu viel dazu gewonnen haben.
Bandnudeln mit Steinpilzen, Huhn und Basilikum und Frühlingssalat in der Märzsonne.
Neue Redensart: „Das ist ein rotes Tuch mit sieben Siegeln.“
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