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Rinder sind virtuelle Umweltschweine (Teil 1: Wasserverbrauch)

Auf Steh-Partys kommt beim Smalltalk irgendwann unweigerlich auch die Rede aufs Essen und/oder Kochen, spätestens wenn die Kanapees gereicht werden. Wenn ich dann wagemutig erzähle, dass ich seit…

Esse est percipi
Sep 1, 20102 min read1 read

uf Steh-Partys kommt beim Smalltalk irgendwann unweigerlich auch die Rede aufs Essen und/oder Kochen, spätestens wenn die Kanapees gereicht werden. Wenn ich dann wagemutig erzähle, dass ich seit einem Jahr aus verschiedenen Gründen (1 | 2) darauf verzichte, Rindfleisch in jeglicher Form in meinen Einkaufskorb zu legen, ernte ich zumeist Blicke aus dem Empathiebereich zwischen mitleidsvoll über verständnislos bis zum unverhohlenen „der hat se nicht mehr alle“.

Schade eigentlich, denn es handelt sich bei meinen Gegenübern ja in der Regel um intelligente Menschen, die sicherlich durchaus so etwas wie ein ökologisches Bewusstsein haben. Sie trennen säuberlich ihren Müll, fahren im Sommer ab und zu mal Fahrrad – und sei es auch nur in den Biergarten –, finden das mit dem Klima sehr bedenklich und das mit BP im Golf von Mexiko eine Schweinerei. Aber dabei bleibt es dann meistens auch.

Ich will ganz sicher niemandem den Verzehr von Rindfleisch verbieten (wenn ich irgendwo eingeladen bin, esse ich es auch), aber ich finde, es ist höchste Zeit, seine eigene, ganz persönliche Rolle im Klimawandel zu begreifen.

Natürlich ist es bedauerlich, dass auf politischer Ebene, Stichwort Klima-Gipfel, nichts passiert. Aber können wir heutzutage noch ernsthaft glauben, die Politik wird’s schon irgendwie, irgendwo und irgendwann richten und wir selber könnten uns da ruhigen Gewissens völlig raushalten?

Nein.

Ich denke, wir alle sind aufgefordert, etwas zum Klimaschutz und zur global gerechten Ressourcenverteilung beizutragen. Und einer meiner Beiträge ist eben, dass ich kein Rindfleisch mehr kaufe.

Ich sage Ihnen auch, warum:



Insgesamt verbraucht ein Bundesbürger bei einem Fleischkonsum von 85,8 kg pro Jahr 537.470 Liter virtuelles Wasser.

Und wie man in der Grafik sieht, hat Rindfleisch die mit Abstand schlechteste Wasserbilanz: Für die Erzeugung eines einzigen Kilogramms Rindfleisch werden 16.000 Liter Wasser verbraucht! Oder, wie bereits an anderer Stelle erwähnt: Ein Rind ergibt nach dem Schlachten 200kg Fleisch, das in die Metzgertheke gelangt. Für die Aufzucht eines einzigen Rinds wurde also sage und schreibe die 1,13-fache Menge an Wasser verbraucht, die in ein 50m-Schwimmbecken passt.

Süßwasser ist ein knappes Gut auf diesem Planeten, und schon seit den 1990er Jahren sind viele Wissenschaftler davon überzeugt, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden.

Dabei muss man noch nicht mal weniger Fleisch essen, um weniger Wasser zu verbrauchen:



Halbiert man den Rindfleischverzehr bei gleichbleibendem Fleischkonsum – mit anderen Worten: Isst man nur jedes zweite Mal statt Rindfleisch abwechselnd Schweinefleisch oder Geflügel, spart man schon die unglaubliche Menge von 19% virtuellem Wasser. Verzichtet man komplett auf Rindfleisch, spart man 27%.

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