Grafite und die Sportreporter
Wenn man – wie ich – ständig Bossa Nova hört (und mitsingt), bleibt es nicht aus, dass man irgendwann die brasilianische Aussprache einigermaßen beherrscht, auch wenn man – wie ich – das meiste gar…
enn man – wie ich – ständig Bossa Nova hört (und mitsingt), bleibt es nicht aus, dass man irgendwann die brasilianische Aussprache einigermaßen beherrscht, auch wenn man – wie ich – das meiste gar nicht versteht. Zum Beispiel wird Saudade (ungefähre Bedeutung: Sehnsucht, Wehmut), eins der häufigsten Wörter in brasilianischen Liedern, in den meisten Gegenden so ausgesprochen: saudˈadʒi. Felicidade (Freude, Glück) spricht sich so: felisidˈadʒi, und triste (traurig) so: tɾˈiʃtʃi.
Aha. Die Endsilben de und te werden also mit einem i hinten gesprochen.
Deshalb kann ich kaum hinhören, wenn Sportreporter von Grafitsch sprechen. Wenn überhaupt, hieße es nämlich Gra'fitʃi (Grafitschi). Mit einem i hinten. Beweis gefällig? Bittesehr: „Grafiti“.
Laut Wikipedia sagt Grafite selbst allerdings, dass die richtige Aussprache seines Graˈfitə (Grafite) sei – wahrscheinlich eine Dialektangelegenheit. Aber jede Wette, dass die meisten Fußballreporter auch in der übernächsten Saison noch von Grafitsch sprechen?
Siehe auch: „Halbzeitfragen Tschechien-Portugal“
Did you enjoy this article?
Recommend it — Standard Reader surfaces well-loved writing to more readers across the network.