Eigennutz vor Gemeinnutz
Hier sehen Sie den Griebnitzsee in Babelsberg. Was sich da am Ufer entlang schlängelt, ist der Uferpark, eine sehr beliebte Jogging- und Spaziergangsstrecke. Das Gelände gehörte nach der Wende dem…
ier sehen Sie den Griebnitzsee in Babelsberg. Was sich da am Ufer entlang schlängelt, ist der Uferpark, eine sehr beliebte Jogging- und Spaziergangsstrecke. Das Gelände gehörte nach der Wende dem Bund, der es vor einiger Zeit für 115 Euro/qm zum Verkauf anbot. Der Stadt Potsdam war das zu teuer, die Villenbesitzer jedoch griffen zu. Wenn man auf der Satellitenkarte (Stand: ca. 2006) ein wenig weiter nordwestlich schaut, kündigt sich das Unheil schon an – dort sieht man eine Baustelle, auf der ein Anrainer den Uferweg bis ganz an den Rand des Sees verlegen lässt und seine Grundstücksgrenze entsprechend erweitert.
Aber es kam noch schlimmer: Das Ziel einiger Villenbesitzer, allen voran Wolfhard Kirsch, war es nämlich, die Öffentlichkeit komplett auszusperren und das Ufergelände ausschließlich privat zu nutzen. Leider hat das Oberverwaltungsgericht ihnen Anfang April Recht gegeben: es handele sich nicht um freie Landschaft, auf die die Öffentlichkeit ein Recht habe.
Seit vergangenem Samstag ist es nun so weit: Das Ufer ist nicht mehr zugänglich, einige Anwohner haben mit umfangreichen Baumaßnahmen begonnen, Warnschilder wurden aufgestellt, auf denen bei Betreten mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs gedroht wird.
Und so geht die Lebensqualität von Nicht-Villenbesitzern in Potsdam wieder ein Stück mehr den Bach herunter. Selbst wenn es tatsächlich zu den von Oberbürgermeister Jakobs angekündigten Enteignungen kommen sollte (wogegen einiges spricht), würde das Jahre dauern.
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