Liebes Tagebuch (94)
Langschläfer An meinem bevorzugten Gemüsestand auf dem Wochenmarkt ist die glatte Petersilie häufig schon um neun Uhr morgens ausverkauft. Merkwürdigerweise gibt es um die Zeit aber immer noch Massen…
Langschläfer
n meinem bevorzugten Gemüsestand auf dem Wochenmarkt ist die glatte Petersilie häufig schon um neun Uhr morgens ausverkauft. Merkwürdigerweise gibt es um die Zeit aber immer noch Massen an Koriander. Letztens verriet mir die Marktfrau, warum: „Die Korianderleute kommen frühestens um elf …“
Furchtlosigkeit
Ich finde es extrem unerschrocken, um nicht zu sagen: tollkühn, wenn ansonsten einigermaßen intelligent erscheinende Blogger oder Journalisten öffentlich damit kokettieren, Arte langweilig zu finden. Ganz besonders, wenn sie sich im gleichen Atemzug ebenso lobend wie langatmig über irgendwelche (Privatsender-)Serien ausbreiten.
Ich persönlich tauschte eine einzige Folge von Sarah und die Küchenkinder nicht gegen eine vollständige Staffel Rach, der Restauranttester, eine einzige Karambolage-Ausgabe nicht gegen den kompletten Dr. House, eine einzige Jamsession mit Manu Katché und Alice Tumler nicht gegen ganz Sat1.
Aber ein kultureller Umbruch – hin zu mehr Belanglosigkeit – lässt sich mittlerweile auch bei Teilen der gehobeneren Bildungsschichten nicht mehr übersehen.
Nutzloses Wissen
Ein Deutsche-Bank-Spitzenmanager verdiente in den 1970er Jahren ungefähr 30 Mal so viel wie ein „normaler“ Angestellter. Ein hübsches Sümmchen, sollte man meinen. Reichte offenkundig aber vorne und hinten nicht: 2007 verdiente er bereits das 300-fache eines Angestellten. (Quelle: ARD)
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