PC Shop Misere
Oder: Warum ich demnächst doch wieder in den Media Markt fahre Für die vielen unterschiedlichen Speicherkarten (Memory Stick, CF, SD, Micro SD) musste endlich ein Card Reader her – immer die…
Oder: Warum ich demnächst doch wieder in den Media Markt fahre
ür die vielen unterschiedlichen Speicherkarten (Memory Stick, CF, SD, Micro SD) musste endlich ein Card Reader her – immer die einzelnen Geräte an den USB-Port anschließen zu müssen, ist auf Dauer unpraktisch. Außerdem hat mein Garmin GPSr nur USB 1.1, da dauert das Hochladen von OSM-Karten Stunden. Und wie es der Zufall will: Vor kurzem hatte ich entdeckt, dass es bei mir um die Ecke einen PC Shop Potsdam gibt, zu Fuß nur drei Minuten entfernt. Also schnell mal hin, schließlich muss man den lokalen PC-Einzelhandel ja unterstützen.
Für 9,42 Euro bekam ich dort einen USB 2.0 Ultimate Card Reader der Firma equip. Der von meinem Rechner zwar erkannt wurde, der aber dummerweise keine einzige meiner Speicherkarten mounten wollte. Zehn Minuten später also wieder zurück in den PC Shop Potsdam und das Ding umgetauscht – so war jedenfalls mein Plan.
Dialog des Schreckens
Tut mir leid, das kann ich nicht umtauschen.
Gut, dann geben Sie mir halt das Geld wieder, dann kaufe ich woanders einen funktionierenden Card Reader.
Nein nein, da haben Sie wohl was falsch verstanden, wir nehmen das Gerät nicht zurück, wir schicken es ein. Der Hersteller prüft es, und in ca. vier bis acht Wochen bekommen Sie vom Hersteller entweder ein repariertes oder ein Austauschgerät zurück.
Ähm, wie bitte? Ich habe vor zehn Minuten ein defektes Gerät bei Ihnen gekauft, und sie wollen es weder umtauschen noch das Geld erstatten? Stattdessen soll ich vier bis acht Wochen auf ein funktionierendes Gerät warten?
Richtig. Das ist ein Garantiefall, das muss eingeschickt werden.
Um es kurz zu machen: Auch der Geschäftsführer, der auf meine Veranlassung hin angerufen wurde, wollte sich weder auf Umtausch noch Rücktritt einlassen. Seine Argumentation war allen Ernstes: Dadurch, das ich die Verpackung geöffnet habe, sei eine „Verschlechterung der Sache“ eingetreten; dass das Gerät von Anfang an defekt gewesen sei, spiele dabei überhaupt keine Rolle.
Jammern auf niedrigem Niveau
Es ist nicht zu fassen: Da klagen die Einzelhändler – mit einigem Recht – über die Onlineversand-Konkurrenz und den Druck der großen Elektronik-Ketten – verirrt sich aber tatsächlich mal mal ein Kunde in eines ihrer Geschäfte, weiß man dort aus mir unerfindlichen Gründen nur so mit ihm umzuspringen, dass er ihn anschließend garantiert kein zweites Mal mehr freiwillig betritt.
Solche Elektronik-Sachen werde ich ab sofort wieder ausschließlich im Versandhandel oder bei den großen Ketten kaufen. Dort sind sie nämlich nicht nur billiger, sondern man nimmt sie sogar auch dann kommentarlos zurück, wenn sie gar nicht defekt sind. Das ist mir persönlich – und da bin ich ganz Egoist – alleine schon für meine Planungssicherheit dann doch wichtiger als das Wohlergehen des lokalen PC-Einzelhandels. Ich finde Geiz zwar alles andere als geil, aber blöd bin ich trotzdem nicht.
Bleibt nur die Frage: Warum in aller Welt ist einem Einzelhändler ein so mickeriger Umsatz von 9,42 Euro (wie viel bleibt nach Abzug aller Kosten und Steuern davon übrig – 20 Cent?) wichtiger als der umsichtige Umgang mit einem Kunden?
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