Multimedia 1994: Apple Performa 630
Die älteren werden sich erinnern: Es gab tatsächlich mal eine Zeit ohne WWW. In der wurden Updates noch per Computerheft-Diskette oder -CD vertrieben. Und in der gestaltete die Apple Deutschland…
ie älteren werden sich erinnern: Es gab tatsächlich mal eine Zeit ohne WWW. In der wurden Updates noch per Computerheft-Diskette oder -CD vertrieben. Und in der gestaltete die Apple Deutschland Marketing-Abteilung noch eigene Multimedia-Anwendungen, die sie den Redaktionen jener Computerhefte zur Verfügung stellten, damit diese sie mit auf die Heft-CDs nahmen.
Aus meinem Apple-Museum
Im August 1994 wurde auf so einer CD der Performa 630 beworben. Aus dem „Bitte Lesen“-Begleitdokument der mit Macromedia Director 4.0 erstellten Anwendung (hier „Demo“ genannt):
Speicherbedarf:
Die Performa 630 Demo benötigt mindestens 2 MB freien Arbeitsspeicher, um zu starten. Bei dieser Mindestspeicherkapazität kann es jedoch zu Wartezeiten bei einigen Animationen und gelegentlich zu einem unvollständigen Bildaufbau kommen. Für einen gleichmäßigen und schnelleren Ablauf sind 4 MB verfügbarer Speicher dringend zu empfehlen.Festplatte:
Der Platzbedarf der Performa 630 Demo auf der Festplatte beträgt knapp 80 MB. Wenn Sie die Präsentation nicht mehr benötigen, dann löschen Sie den Ordner „Performa 630 Demo“ und entfernen außerdem die gleichnamige Aliasdatei, die sich im Ordner „Startobjekte“ im Systemordner befindet.Bildschirm:
Die Demo ist für eine Bildschirmgröße von 640×480 Punkten ausgelegt und benötigt 16-Bit Farbtiefe (32.000 Farben) zur richtigen Darstellung. Bei Bildschirmen mit höherer Auflösung wird der freie Bildbereich ausgeblendet.Apple Computer GmbH, Produkt Marketing, Stand: August 94
2 MB freier Arbeitsspeicher! Damit bekäme man heutzutage noch nicht mal TextEdit zum Laufen …
Multimedia
Die Multimedia-Anwendung kann ich auf meinen aktuellen Rechnern leider nicht mehr starten. Die zehn darin enthaltenen QuickTime-Filme kann man allerdings auch heute noch auf jedem Rechner anschauen.
Alle Filme wurden mit dem Apple Cinepak-Codec bei 12 Bildern/Sekunde enkodiert. Der Einleitungsfilm ist mit 11,127 kHz-Monoton 8,34 MB groß. Meine mp4-Version (H.264), die sie hier sehen, ist nur noch 3,1 MB groß – trotz großzügig eingestellter Komprimierungsparameter. Die Codecs (und nicht nur die) sind also deutlich effizienter geworden.
Unter anderem wurde auch gezeigt, wie man die TV/Video System-Platine (ein Foto der Fernbedienung) in den Performa 630 einbaut:
In puncto Bastlerfreundlichkeit lag auch der hässlichste Mac aller Zeiten weit vorn: Das komplette Board konnte man einfach herausziehen:
Mein eigener Performa 630 ist seit 1996 ausgeschaltet und eingemottet – der einzige Mac, den ich nie verkaufen konnte. Am Wochenende werde ich ihn zusammen mit einem alten Apple RGB-Monitor aus dem Keller holen. Und falls ich ihn reanimieren kann, werde ich endlich mal wieder eine Runde Myst spielen, das beste Computerspiel aller Zeiten …
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