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Gefragt geklaut

Dienstag, 17. Mai 2005, 8:15 Uhr Rrring! Ich: Preidel. Wien: Guten Morgen, hier ist Bettina H. von der Stadt Wien. Wir möchten das Foto eines Hinterhofs von Ihnen verwenden und wollten vorher fragen…

Esse est percipi
Jul 13, 2005 · 3 min read

Dienstag, 17. Mai 2005, 8:15 Uhr
Rrring!

Ich: Preidel.
Wien: Guten Morgen, hier ist Bettina H. von der Stadt Wien. Wir möchten das Foto eines Hinterhofs von Ihnen verwenden und wollten vorher fragen, ob wir das dürfen.
Ich: Nett, dass Sie fragen! Sie dürfen, wenn Sie mir sagen, wofür und wie hoch die Auflage ist, damit ich Ihnen mein Honorar mitteilen kann.
Wien: Dafür ist im Vorfeld leider keine Zeit mehr, um 8:30 Uhr muss eine Entscheidung gefallen sein. Es geht um eine Anzeige in einer Zeitschrift und um die Veröffentlichung auf einer Website. Ich kann Ihnen die Sachen aber zusenden, dann können wir das mit dem Honorar hinterher klären.
Ich: Okay, so machen wir es.

Donnerstag, 19. Mai 2005
Nachricht ueber Kontaktformular auf qxm.de

IP: 141.203.254.65 – gate11.dienste.wien.at

lieber herr preidel!<br />

grüße aus wien. wir müssen noch darüber sprechen, wie wir den abdruck ihres bildes in geld abgelten können.

ich würde ihnen den zeitungsartikel senden, für den wir ihr bild verwendet haben. inkl. auflage usw.

wenn es ihnen recht ist, würde ich das gerne am montag klären – wir haben heute festwocheneröffnung, und alles, was nicht ganz dringend ist, würde ich gerne nach hinten verschieben.

ist das für sie so in ordnung?

alles liebe nach berlin (?)

bettina h.


Freitag, 20. Mai 2005
Re: Nachricht ueber Kontaktformular auf qxm.de

Hallo Frau H.,</p>

das ist so völlig in Ordnung – wenn Sie sehr viel zu tun haben, können Sie das ruhig auch noch ein paar Tage nach hinten schieben.

Viel Erfolg für Ihre Festwochen.

Grüße aus Potsdam (fast Berlin) nach Wien
Michael Preidel


Mittwoch, 15. Juni 2005
Re: Nachricht ueber Kontaktformular auf qxm.de

Liebe Frau H.,</p>

es scheint mir fast so, als ob Sie mich vergessen hätten. Deshalb wollte ich Sie noch mal freundlich daran erinnern, dass Sie mir die Mediadaten und den Zeitungsartikel mit meinem Foto zwecks Honorarbestimmung zusenden wollten.

Grüße aus Potsdam
Michael Preidel


Dienstag, 28. Juni 2005
Verguetung fuer den Abdruck / die Veroeffentlichung eines meiner Fotos

Sehr geehrte Frau H.,</p>

am 17.05.05 haben Sie mich angerufen und um die Erlaubnis gebeten, das Foto „Hinterhofidylle“, das Sie in meinem Weblog gefunden haben, in einer Printpublikation und auf einer Website, beides im Zusammenhang mit Ihren Festwochen in Wien, veröffentlichen zu dürfen. Ich nannte Ihnen eine ungefähres Honorar und sagte, dass ich dieses Honorar erst spezifizieren könne, wenn ich weitere Daten (Auflage, Verbreitung etc.) kennen würde.

Am 19.05.05 schrieben Sie, dass Sie mir den Zeitungsartikel zusenden wollten, damit ich Ihnen das Honorar für den Abdruck meines Bildes nennen könne.

Trotz meiner E-Mail-Erinnerung vom 15.06.05 haben Sie sich wegen dieses ausstehenden Honorars bedauerlicherweise immer noch nicht bei mir gemeldet.

Ich nehme an, dass Sie jetzt mit dem Festwochen-Eröffnungsstress nicht mehr so arg belastet sind und würde Sie bitten, diese Angelegenheit nunmehr zügig zu einem Ende zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Preidel


Es geht übrigens um dieses Foto. Man ist heutzutage ja schon dankbar, wenn man mal gefragt wird – im Normalfall wird ungefragt geklaut, nach dem Motto „wird schon keiner merken“. Was mich nur wundert: Wenn man mich nicht bezahlen will, warum hat man mich dann überhaupt erst gefragt?

Update


Alles wird gut: Einige Wochen später hat die Stadt Wien dann doch noch gezahlt.

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