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Die Jotamfabel

Predigt zum Israelsonntag über die Jotamfabel (Ri 9,8-15) in einem überregionalen Waldgottesdienst.

Pressepfarrerin
Aug 9, 20262 min read

eute war ich zum ersten Mal dran beim Waldgottesdienst des Kirchenkreises. Der findet ab Pfingsten bis Ende August jeden Sonntag statt und man kann sich für einen Termin freiwillig melden. Eigentlich wäre meine Premiere letztes Jahr gewesen, doch da ist sie ins Wasser gefallen. Dieses Mal war das Wetter gut und schon am Morgen fast zu heiß. Ich ermunterte darum, sich jedwedes Heldentum für eine bessere Gelegenheit aufzuheben und mit Hüten, Schattenplätzen und Getränken während des Gottesdienstes nicht zu zögern.

Musikalisch begleitet wurden wir von einem Posaunenchor, der sich anlässlich der Urlaubszeit spontan aus Bläser:innen aus dem ganzen Kirchenkreis zusammengefunden hatte. Also viel Neues auf einmal; ich hatte direkt ein bisschen Lampenfieber. Bis ich merkte, dass unerwartet eine ganze Reihe von Leuten aus der Gemeinde zum Gottesdienst gekommen war. Als ich die vertrauten Gesichter sah, war alles wieder gut.

© kenbi

Naja, fast. Ein dicker Batzen stand mir noch bevor: Es war nämlich Israelsonntag. An dem Tag erinnern wir uns als Christ:innen unserer jüdischen Wurzeln und zugleich der Verantwortung, die die deutsche Geschichte mit sich bringt. Außerdem feierten wir Gottesdienst mitten im Grünen, mit Gemeindegliedern aus zwei Kirchenkreisen. Nicht zuletzt hat das Judentum viel Schönes und nicht nur Leid zu bieten, das sollte auch vorkommen. Alles zusammen ein bisschen die Quadratur des Kreises. Darum fragte ich Chajm um Rat: Ob er aus jüdischer Perspektive nicht eine Idee hätte und was ihm auch darüber hinaus mitzuteilen wichtig wäre? Herausgekommen ist eine Predigt über einen ganz anderen Text als in der evangelischen Predigtordnung vorgeschlagen, nämlich über die Jotamfabel (Ri 9,8-15). Und bis auf eine Ausnahme mit Tränen der Wut haben sie alle gemocht. Sogar unsere Küsterin, fast 85 Jahre, war zufrieden. Dann wird’s wohl stimmen. Nur meine Vase mit den Altarblumen drin habe ich beim Heimkommen auf dem Parkplatz zerdeppert. Aber irgendwas ist ja immer. Die Predigt steht hier.

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