In The Evening Thereafter: Bisschen Rock auf BandCamp?
Ich habe ja neulich davon geschrieben, dass ich ein neues Musik-Experiment bastle. Ich komme euch jetzt mit "In The Evening Thereafter" daher. Und ich hab dann auch gleich eine Erklärung parat. Ich will es nicht mehr überperfektionieren. Dennoch habe ich lange an dem Track geschraubt. Nicht, weil ich irgendwas extrem polieren wollte. Sondern weil ich...
ch habe ja neulich davon geschrieben, dass ich ein neues Musik-Experiment bastle. Ich komme euch jetzt mit „In The Evening Thereafter“ daher. Und ich hab dann auch gleich eine Erklärung parat. Ich will es nicht mehr überperfektionieren. Dennoch habe ich lange an dem Track geschraubt. Nicht, weil ich irgendwas extrem polieren wollte. Sondern weil ich mich halt nicht so sehr damit auskenne, so einen Stil zu fabrizieren. Und darum seht es mir nach, wenn ich hier Schnitzer drin habe.
Am Anfang war ein Hook
In der Musik ist der Hook das wichtigste Element. Das Piano in „Children“ von Robert Myles, die Gitarre in „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode, der Refrain in „Rock me, Amadeus“ von Falco und, und, und. Ihr wisst, was ich meine. Ich saß also vor einer Weile so da und fummelte am Keyboard rum. Ich habe ja geschrieben, dass ich nicht mehr nur Melodic House machen will, weil mich das in letzter Zeit kolossal ermüdet hatte. Und so habe ich herumprobiert. Und dann war da diese eine Melodie.
Wenn du Musik machst, denkst du dir dann vielleicht: Ey, daraus kannst du was basteln, aber das muss irgendwie „Hmm“, irgendwie geil werden, da muss so ein „Ooomph“ dabei sein. Ich war in den Achtzigern und Neunzigern – und dann wieder mit dem bisher letzten Album – großer Fan von Depeche Mode. Ihre beste Zeit war ab „Violator“ über „Songs of Faith and Devotion“ bis „Ultra“. Und irgendwie sowas kam mir in den Sinn. Ich stellte mir vor, wie Dave Gahan lasziv im Bariton „In the morning thereafter“ singt.
Stellt euch „In Your Room“ von den Herren vor, oder von mir aus „It’s No Good“. Aber da musste irgendwas krasses rein. Plötzlich fiel mir Chester Bennington ein. Irgendwie wollte ich auch sowas einbauen. Nein, ich wollte nicht singen. Das sollen mal die machen, die etwas davon verstehen. Also hatte ich meine Hauptstimme mit einem Synthie und baute an dem Track herum. Gitarren, echt klingende Drums, Filter, Saturatoren, Furz und Feuerstein. Hach, war ich stolz!
Ein Bekannter hörte sich „In The Evening Thereafter“ an. Er meinte: Schon geile „Wall of Sound“, aber die Hauptstimme, das Hauptinstrument ist falsch. Und so baute ich weiter und ließ es scheppern und krachen und hatte alle möglichen passenden und unpassenden Sounds durch. Und dann fiel mir ein Sample einer Lead Gitarre in die Finger, das verzerrte sich bei unterschiedlichen Tonhöhen. Jawoll, das war es, was ich gesucht hatte. Und plötzlich war der Track fertig.
In The Evening Thereafter: Exklusiv nur auf BandCamp
Wenn ich mit Ambient-Musik und vielleicht sogar Trip Hop und sowas rumspiele, lässt sich das gedanklich ja vielleicht noch mit meinem sonstigen musikalischen Schaffen verknüpfen. „In The Evening Thereafter“ ist aber so vollkommen anders. Vielleicht haue ich das später mal über einen Distributor raus. Aber das sehe ich im Moment nicht. Ich habe übel viel Respekt davor, was das mit meiner gesamten Musik veranstalten könnte.
Und deshalb gibt es „In The Evening Thereafter“ ausschließlich auf BandCamp zu hören. Wer es ununterbrochen hören oder vielleicht auch herunterladen will, kann mir gern mal nen Euro dalassen. Dreimal kann man es – glaube ich – ohne irgendwas hören. Und dann bin ich mal auf die Resonanz gespannt. Was sagt ihr zum Stück? Soll ich irgendwann mal wieder sowas komplett anderes machen? Denkt ihr, ich soll die Streamingdienste damit belästigen?
Ach, und nein: Es gibt keinen Grund, warum das Ding „In The Evening Thereafter“ heißt. Es waren halt Worte, die ganz gut auf die Melodie passen. Das ist eigentlich alles. So, genug der Rede, hier kommt jetzt noch der BandCamp-Player rein. Und dann gehe ich mal in Deckung in Erwartung von Reaktionen.
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