Mit Zitronen gehandelt: Mein Fehler mit Landr
Wisst ihr, was heißt, mit Zitronen gehandelt zu haben? Bei einem Geschäft Pech gehabt zu haben. So geht mir das mit dem Distributor Landr. Jaja, ich weiß schon, was ihr denkt: "Rinn in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln". Ich musste dort schlagartig die Flucht ergreifen und Einbußen hinnehmen. Meine Musik muss ich dringend von...
isst ihr, was heißt, mit Zitronen gehandelt zu haben? Bei einem Geschäft Pech gehabt zu haben. So geht mir das mit dem Distributor Landr. Jaja, ich weiß schon, was ihr denkt: „Rinn in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Ich musste dort schlagartig die Flucht ergreifen und Einbußen hinnehmen. Meine Musik muss ich dringend von dort abziehen. Für mich ist das der falsche Distributor. Da ist Ditto Music, über die ich ja so sehr geschimpft habe, um Welten besser. Und günstiger. Ich erzähle euch das hier mal.
Landr gelobt und mit Zitronen gehandelt
Landr ist ja ein Musik-Distributor. Also für die Musiker unter euch: Das ist sowas wie DistroKid, CD Baby, TuneCore oder halt auch Ditto Music. Mit Ditto ging ich ja eine ganze Weile echt schwanger, weil ich echt nicht mehr zufrieden war. Aber es war wohl auch mein Fehler, der zu der Unzufriedenheit beigetragen hat. Die drei anderen kannst du als Musiker mehr und mehr unter Ulk verbuchen. Tja, und dann ist da Landr. Und dort hatte ich mit Zitronen gehandelt.
Sieben Euro haben sie pro Monat verlangt, zu zahlen im Voraus für ein ganzes Jahr. Kurz überschlagen: 84 Euro. Geht ja noch. Zumal du dort Plugins, Software, Samples, Mastering, Kurse und all das dabei hättest. Und dann kamen noch Steuern dazu. Gut, ich dachte mir: Bei so viel mehr Leistung muss es ja mehr kosten. Und ich hörte über Landr halt auch, dass das ein zuverlässiger und guter Distributor ist. Also hatte ich zugeschlagen, wie ich neulich erzählte.
Vollmundig erzählen sie dir, dass sie deine Musik „an 150+ Stores“ verteilen. Du fragst nach, ob da auch wirklich SoundCloud und Beatport dabei sind. Der Support-Bot verweist auf die Dokumentation und bestätigt: Ja, das machen wir. Auf meine Support-Anfrage erhielt ich die Auskunft: Mehr als 150 Stores, da ist bestimmt auch SoundCloud dabei. Also habe ich feste den Account eingerichtet und bezahlt und angefangen, meine Musik dahin hochzuladen.
Und dann erhielt ich für den einen oder anderen Release einen Smartlink, der bei Landr „Promolink“ heißt, und war überrascht, dass nur eine Handvoll Stores darunter waren. Ich habe also nochmal den Support-Bot befragt. Die Auskunft lautete dann aber mal so richtig anders: Nö, SoundCloud machen wir nicht, das musst du schon selbst machen. Freunde, unten seht ihr, wie wichtig mir SoundCloud als Store ist. Daher habe ich Wert darauf gelegt. Beatport machen sie vielleicht unter Umständen. Bravo, Landr!
Landr hat also falsches behauptet. Und ich soll auf ca. 90% meiner Einnahmen verzichten? Für Mehrkosten? Die Plugins, die komische Software, die Samples und so weiter und so fort taugen für mich ja auch bloß nichts. Daher habe ich die Reißleine gezogen und meine Releases von dort abgezogen. Bei ein paar Releases warte ich noch auf die Freigabe. Aber das nenne ich dann „mit Zitronen gehandelt“.
Die Rolle rückwärts
Wie gesagt, ich habe oft und ausgiebig über Ditto Music geschimpft. Aber ich bleibe erstmal dort. Ich werde erstmal um ein Jahr verlängern. Das zahle ich aus meinen ohnehin vorliegenden Einnahmen. Aber wieso mache ich das, wo ich doch so unzufrieden mit ihnen war? Alles Schall und Rauch? Nein, ich habe das nicht vergessen. Und Ditto Music steht bei mir unter Beobachtung. Aber ein Teil meiner Frustration ist auch meiner eigenen Erwartungshaltung geschuldet.
Ihr habt es vielleicht mitbekommen: Ich habe ja zum Teil alle paar Tage oder ale 2 Wochen was neues veröffentlicht. Und dann habe ich mich gewundert, dass Ditto Music noch gar nicht so weit war. Das lag – so viel weiß ich inzwischen – an den Streaming-Diensten. Ditto konnte gar nicht so schnell zu denen abwerfen, wie ich dem Distributor mein Zeug über den Zaun geworfen habe. Und zu der Erkenntnis bin ich durch Landr gekommen.
Die sagen nämlich über den Support-Bot, dass man 10 – 14 Tage abwarten sollte, bis der Release bei den Diensten angekommen ist. Und dann sollte man noch mit ein paar Tagen Puffer rechnen, weil die Streaming-Dienste durch die ganze KI-Musik-Kacke geflutet werden. Landr empfiehlt 3 – 4 Wochen zwischen Abgabe und endgültiger Veröffentlichung auf so einer Plattform einzuplanen. Und diese Geduld hatte ich halt nicht.
Bei Ditto Music nachgefragt, hieß es, dass das quasi ein ungeschriebenes Gesetz ist, maximal einen Release pro Monat zu haben. Viel mehr könnte als Spam gewertet werden. Und da wurde es mir klar, dass das vielleicht nicht unbedingt nur an Ditto Music lag, dass ich so unzufrieden war, wie sie meine Singles und Co. behandelt haben. Ich muss also zugeben: Da habe ich bei Landr mit Zitronen gehandelt und gehe nun räumütig wieder zurück zu Ditto Music.
Was ist denn mit meiner ganzen Musik bisher?
Da habe ich also angefangen, wie ein Blöder meine Musik zu Landr zu migrieren, und jetzt haue ich die dort runter. Was ist denn dann damit? Bei so einem Umzug ist es so, dass du deine Musik so lang beim alten Distributor lässt, bis die Single oder das Album vollständig über den neuen Distributor verteilt wurde. Das bedeutet, dass meine bisherige Musik nach wie vor wegen Ditto Music bei allen Streaming-Diensten online ist. Das habe ich per Stichprobe auch so bestätigen können.
Ich hatte ja eine Single bei Landr in Vorbereitung. Die war auch schon geplant. Das habe ich natürlich gleich als erstes zurück gepfiffen. Die Single kommt nun Ende August. Auf allen bisherigen Streaming-Plattformen. Und dann werde ich mich wohl etwas zurückhalten. Vielleicht war das eine oder andere Stück ja doch nicht für die Öffentlichkeit würdig. Da muss ich künftig etwas mehr in mich gehen.
Das Thema Landr wird wohl außer die Kosten keine Spuren bei mir hinterlassen. Der Distributor mag für den einen oder anderen Musiker ein brauchbarer Vertriebspartner sein. Im Vergleich zu Ditto Music bietet mir persönlich Landr allerdings nicht genug, was die hohen Kosten rechtfertigt, vor allem wenn ich auf SoundCloud und Beatport und damit auf 90% meiner Einnahmen verzichten muss. Tja, mit Zitronen gehandelt, das passiert jedem mal.
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