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Antonov 225: Drohnenangriff auf Leipziger Flughafen

Hinweis: Ich wurde in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass es sich nicht um eine AN-225, sondern um eine AN-124 handelt. Nachdem ich dann nochmal nachgelesen habe, ist das so richtig. Dennoch werde ich den Artikel nicht umarbeiten. Leipzig, das größte Dorf der Welt, war nun ziemlich geschockt. Die Antonov 225 auf dem Leipziger Flughafen...

Henning Uhle
Aug 6, 20264 min read

Hinweis: Ich wurde in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass es sich nicht um eine AN-225, sondern um eine AN-124 handelt. Nachdem ich dann nochmal nachgelesen habe, ist das so richtig. Dennoch werde ich den Artikel nicht umarbeiten.

Leipzig, das größte Dorf der Welt, war nun ziemlich geschockt. Die Antonov 225 auf dem Leipziger Flughafen wurde mit einer Drohne angegriffen. Das Bild oben zeigt den Riesenvogel, und es stammt von Pixabay. Die Drohne hatte eine Fracht dabei, nämlich 600 Gramm Semtex und ein Zünder, der aber nicht seinen Dienst verrichtete, weil er abgerissen war. Nur deshalb wurde eine Katastrophe verhindert. Außerdem kollidierte ein Frachtflugzeug mit einem weiteren Objekt. Leipzig ist nun also im Krieg.

Warum ist die Antonov 225 überhaupt in Leipzig?

Es gibt den Bus- und Flugzeug-Hersteller O.K. Antonow. Der hat seinen Sitz in Kiew. Mittlerweile baut das Unternehmen wohl nur noch Flugzeuge, unter anderem die – international geschriebene – Antonov 225, genauer: Antonov AN-225. Das ist das größte Transportflugzeug der Welt und hat schon verschiedene Lasten-Rekorde eingestellt. In Folge des abscheulichen Angriffskriges Russland auf die Ukraine wurde das Flugzeug im Februar 2022 nach Leipzig verlegt.

Das liegt daran, weil der Hersteller ohnehin einen Stützpunkt in Leipzig unterhielt. Die NATO schätzte Mitte Januar des Jahres ein, dass ein Krieg kurz bevor stehen sollte, und sie hatte damit leider Recht. Die AN-225 ist das einzige Flugzeug des Modells, ein zweites ist seit Kriegsbeginn eingelagert. Von Leipzig aus fliegt das riesige Flugzeug Hilfslieferungen, Kraftwerksturbinen und möglicherweise auch Waffen in die Leipziger Partnerstadt Kiew.

Das Flugzeug startete das erste Mal kurz vor Weihnachten 1988, hier gibt es ein Foto dazu. In der Folge gab es solche Wahnsinns-Frachten wie 247 Tonnen an Ausrüstung für eine Öl-Pipeline in Usbekistan 2004 oder ein 187 Tonnen schwerer Generator für ein Gaskraftwerk in Armenien 2009. Und von Leipzig aus wird die Antonov 225 genutzt, um die Ukraine bei der Verteidigung gegenüber Russland zu unterstützen. Nun wurde der Vogel angegriffen, so völlig aus dem Nichts heraus.

Angriff auf Leipzig

In der Nacht zum Mittwoch wurde in der Nähe des Frachtflugzeugs und demnach im Sicherheitsbereich des Flughafens eine Drohne gefunden. Diese soll ein Päckchen mit Semtex und einen halb abgerissenen Zünder dabei gehabt haben. Außerdem stieß irgendein Objekt mit einem verspätet eingetroffenen Frachtflugzeug zusammen, das aufgrund der Flughafen-Sperrung wegen der Drohne durchstarten musste. Das Flugzeug hatte leichte Beschädigungen, aber nichts dramatisches.

Da der Flughafen Leipzig / Halle von zentraler Bedeutung als Militär- und Luftfracht-Drehkreuz ist, wurde schnell von einem Terrorakt gesprochen. Natürlich wurden Ermittlungen aufgenommen. Bundesinnenministerium und Staatsschutz reden von einem „möglichen Staatsschutzdelikt“. Ich übersetze mal: Der deutsche Staat wurde angegriffen. Ich fasse das mal enger: Leipzig wurde angegriffen. Und mit dem Finger zeige ich auf Russland.

Bundesinnenminister Dobrindt hatte nun eine „hohe Bedrohungslage“ und ein „hybrides Angriffsszenario“ erklärt. Die hohe Bedrohungslage gibt es schon länger. Immer wieder wurden in der jüngeren Vergangenheit Drohnen über Deutschland gesichtet. Nun hat es eine bis fast ins Ziel, die Antonov 225, geschafft. Sicherheitsexperte Nico Lange bringt den Anschlagsversuch mit dem bekannten Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland ins Spiel.

Ich war erschrocken

Wir leben hier in Leipzig nahezu auf einer Insel der Glückseligen. Die Stadt prosperiert, trotz dass es auch hier eine starke AFD gibt. Leipzig ist so der coole Kumpel, mit dem man gern abfeiern geht. Keine Sau denkt daran, dass mal ein Drohnen-Angriff hier stattfinden könnte. Und so war auch ich ziemlich geschockt, als ich mehr so nebenbei gestern die Meldungen zur Antonov 225 herein tröpfeln gesehen habe. Aber ich wollte erstmal abwarten, was hier alles so vermeldet wird.

Nach allem, was ich bisher gesehen, gehört und gelesen habe, dürfte der Angriff tatsächlich staatlich gelenkt oder beauftragt gewesen sein. Und der Staat hinter der Aktion scheint Russland zu sein. Letztlich wurde die Drohne wohl von einem Busfahrer vom Flughafen eingefangen. Und wenn du dich so umguckst auf diesen ganzen Plattformen, auf denen die Schwurbler und AFD-Fans unterwegs sind, dann glauben diese Leute nicht mal daran, dass diese Nummer überhaupt passiert ist.

Kein Wunder, der rechtsextreme Laden hat sich noch gar nicht dazu zu Wort gemeldet. Klar, Putins Sprechpuppen werden sich hüten, die Hand, die sie füttert, abzubeißen. Und so wird diese echte Gefahr, die da bestand, von diesen Spinnern auch noch ins Lächerliche gezogen. Könnt ihr euch nur ansatzweise vorstellen, was passiert wäre, wenn tatsächlich die Semtex-Bombe hochgegangen wäre? Schlagt mal den Begriff „Bündnisfall“ nach.

Ich habe mich noch nicht ganz von dem Schreck erholt. Der Flughafen liegt nur ein paar Kilometer Luftlinie von meiner Wohnunng entfernt. In der Nacht zu gestern hörte ich entfernt die Sirenen. Man denkt doch aber nicht an sowas, wenn die Gegend hier komplett vertrocknet ist und jederzeit ein Großbrand ausbrechen kann. Diesmal haben wir noch Glück gehabt. Aber Putins Russland muss schnellstens in die Schranken gewiesen werden, sonst passiert noch richtig was.

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