El Niño: Das geht uns nichts an?
Jetzt kommt der Uhle wieder mit dem El Niño um die Kurve. Wen interessiert das denn? Ehrlich gesagt, geht uns alle das Phänomen etwas an. Es soll ja schon seine Muskeln Ende Juni gezeigt haben, als es in Deutschland die Rekordhitze gab. Und jetzt geht es langsam los, dass "das Kind" über dem Pazifik so...
etzt kommt der Uhle wieder mit dem El Niño um die Kurve. Wen interessiert das denn? Ehrlich gesagt, geht uns alle das Phänomen etwas an. Es soll ja schon seine Muskeln Ende Juni gezeigt haben, als es in Deutschland die Rekordhitze gab. Und jetzt geht es langsam los, dass „das Kind“ über dem Pazifik so langsam richtig zeigen wird, was es kann. In diesem Jahr ist die Rede davon, dass es einen „Super-El-Niño“ geben wird, was immer das heißt. Deshalb müssen wir mal gucken.
Was ist denn eigentlich dieser ominöse El Niño?
Der Junge / das Kind / das Jesuskind: Das Wetterphänomen „El Niño“ – oder genauer „El Niño Navidad“ hat seinen Namen von den peruanischen Fischern. Dieses Ereignis tritt nicht jedes Jahr, aber wenn, dann um Weihnachten herum auf. Die Fischer an der Küste Perus hatten festgestellt, dass zum Zeitpunkt, wenn das eintritt, die Fische ausbleiben. Zu der Zeit hat das Wasser vor Indonesien 28 °C, vor Peru nur 24 °C Wassertemperatur. Und das muss ausgeglichen werden.
Es kommt zu Passatwinden vor Südamerika, was den Auftrieb kalten Wassers durch den Humboldtstrom zum Erliegen bringt. Dadurch ist das Wasser nicht mehr mit Nährstoffen durchsetzt, wodurch zuerst Plankton abstirbt und damit nach und nach die Nahrungsketten zusammenbrechen. Da extrem viel Wasser verdunstet, kommt es zu starken Regenfällen in den West-Anden. Wenn sich der Pazifik vor Südamerika aufheizt, kühlt er vor Asien ab. Das kann dann 3 Monate dauern.
Jetzt könnte man sagen: Was geht mich El Niño in Südamerika an? Allerdings ist ja unsere Erde ein System. Alles hängt mit allem zusammen. Durch El Niño kommt es zu Trockenheit im Amazonas, zu starken Wirbelstürmen, zu Überflutungen in Afrika, zur Korallenbleiche, zu extremeren Wintern in Europa usw. Und dann gibt es noch La Niña, die quasi das Gegen-Phänomen ist. Treffen die zusammen, wie seit letztem Jahr, gerät wohl etliches durcheinander.
Und dann betrifft uns das schon. La Niña hat letztes Mal rund 3 Jahre gedauert und die Meeresspiegel durcheinander gebracht und andernorts zu Dürren und Hitzewellen geführt. Ein geschwächter Planet und dann dieses Jahr ein ungewöhnlich starker El Niño, das braucht die Menschheit. Und dann denkt man daran, dass die Menschen den Planeten durch Umweltzerstörung und dergleichen eh geschwächt haben. Dann sind wir nicht weit weg davon, dass es zu weiteren Katastrophen in naher Zukunft kommen kann.
Es kommen wohl beispiellose Monate
Seit Mitte Juni steht nun fest, dass wir eine Saison mit El Niño erleben. Merkt ihr was? Das war die Zeit, als hier die große Hitze hereinbrach mit über 40 Grad in der Spitze. Es wird prognostiziert, dass diese Saison durchaus das Potenzial hat, einen „Super-El-Niño“ zu bringen. Und der kann bis zum nächsten Frühling dauern. Der Horst hat hierzu mal die Daten auseinander genommen. Man bezieht sich dabei auf das Climate Prediction Center und der Dokumentation hier.
Der letzte El Niño mit Superlativ war in der Saison 2015 / 2016. 2015 gab es eine ungewöhnlich lange und extreme Hitzewelle in weiten Teilen Europas. Der Rekord in Deutschland war am 05.07. und am 07.08. in Kitzingen in Bayern mit 40,3 °C erreicht worden. Zur Einordnung: Da lagen wir dieses Jahr schon drüber, und da hatte El Niño gerade erst so leicht begonnen. Es sieht also so aus, als ob da noch einiges schlimmes kommen kann. Auch begünstigt durch den Klimawandel, an dem der Mensch seinen Anteil hat.
In einer 13-seitigen Dokumentation erklärt der Deutsche Wetterdienst die klimatischen Folgen der genannten Sasion 2015 / 2016. Und seitdem hat sich das Klima ja eher verschlechtert. Man muss jetzt kein Alarmist sein, um sich auszumalen, dass es dieses Mal noch einen Tick schlimmer werden kann. Man kann eigentlich nur das Beste hoffen. Aber wundert euch nicht, wenn das Alles hier noch ein Stückchen krasser wird mit Trockenheit, Hitze, Wetterextremen.
Na klar, man kann immernoch sagen: Das spielt sich grob gesagt rund um den Äquator im Pazifik ab, das geht uns doch nichts an. Ich wäre aber lieber vorsichtig. Dann lieber gewarnt sein, als dann dumm aus der Wäsche zu gucken. Legt euch lieber Vorräte an Wasser, Konserven etc. an. Ach, und so ein kleines Kurbelradio muss auch kein Witz sein. Es muss keine extreme Krise passieren. Aber sie kann. El Niño lässt ja schon eine Weile die Muskeln spielen.
Did you enjoy this article?
Recommend it — Standard Reader surfaces well-loved writing to more readers across the network.