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Musik veröffentlichen: Kleines Missverständnis, großes Chaos

Ich will doch eigentlich nur meine Musik veröffentlichen, die ich so in meiner geistigen Umnachtung gebäre. Damit habe ich Chaos fabriziert. Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie doof ich mir vorkomme, dass ich meine Zusammenarbeit mit meinem Distributor Ditto Music fast hingeschmissen hätte für einen windigen Laden, der viel verspricht aber wenig hält. Ich...

Henning Uhle
Aug 22, 20264 min read

ch will doch eigentlich nur meine Musik veröffentlichen, die ich so in meiner geistigen Umnachtung gebäre. Damit habe ich Chaos fabriziert. Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie doof ich mir vorkomme, dass ich meine Zusammenarbeit mit meinem Distributor Ditto Music fast hingeschmissen hätte für einen windigen Laden, der viel verspricht aber wenig hält. Ich könnte, wenn ich hinkäme, mir in den Allerwertesten beißen. Damit das für andere Musiker nicht notwendig wird, erzähle ich mal was.

Darf ich mich vorstellen: Der Chaoskaiser der Herzen, Uhle mein Name

Es begab sich aber zu jener Zeit, dass der Uhle, der dicke Onkel ausm Osten, Blut geleckt hatte und angefangen hatte, seine Musik zu den Plattformen zu ballern. Ich wollte ja erst einfach so meine Musik veröffentlichen. Das habe ich lange Zeit einfach nur über SoundCloud gemacht. Irgendwann hatte der Speicherplatz im kostenlosen Account nicht mehr ausgereicht, also habe ich dafür Geld bezahlt. Und damit hatte ich die Möglichkeit, ein bisschen Geld mit meiner Musik zu machen.

Aber irgendwie war das Ganze mit SoundCloud seltsam. Also habe ich irgendwann nach einer anderen Möglichkeit gesucht, meine Musik veröffentlichen zu können, und zwar bei Spotify und Co. Lasst euren Kommentar stecken, dass ich doch mit BandCamp rumhampeln soll. Leute, das ist jetzt mein zweiter Versuch dort. Meine Musik wird dort halt einfach gar nicht gehört. Auf allen anderen Plattformen schon. Also weiter im Text.

Jedenfalls kam ich so zu Ditto Music. Das lief auch alles knorke, bis dann letztes Jahr mein Release „Tangerines“ in die Hose ging. Ab dem Zeitpunkt wurde es bei den Briten eigentlich immer nur schlimmer. Ihr habt das vielleicht hier im Blog mitbekommen. Jedenfalls war dann der Bart ab, und ich wollte nur noch weg. Mir hatte gut gefallen, womit Landr so wirbt. Um es kurz zu machen: Das ist kurz vor „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. Ich habe einiges an Kohle zum Fenster rausgehauen.

Da ich auf die Schnelle nichts besseres fand, blieb ich also erstmal bei Ditto Music. Und ich hab mich mal mit dem Support unterhalten. Ich habe den Support-Bot so lang genervt, bis ich ein richtiges Ticket hatte. Und dann habe ich mich mit einer Anastasia auf Deutsch ausgetauscht. Was ich da erfahren habe, führte bei mir zu einer Erkenntnis: Ich habe vielleicht auch etwas beim Musik veröffentlichen falsch gemacht. Und so, wie es aussieht, ist genau diese Erkenntnis am Ende zutreffend.

Ich habe nämlich selbst einiges zu dem Chaos beigetragen, das da entstanden ist. Das war – wie die Social Media Sprücheklopfer immer erzählen – so ein richtiger „Eye Opener“, und ich habe ein echtes „Learning“ erfahren, aus dem sich nun ein „Doing“ ergibt. Genug des dummen Gequatsches.

Wie werde ich in Zukunft meine Musik veröffentlichen?

Wer Musik macht und diese Musik veröffentlichen will, will vielleicht nicht ewig warten. So funktionieren aber Streamingdienste nicht. Und das ist nun mal der Weg, wie meine Musik gehört wird. Ich habe mit all meinen Veröffentlichungen über Ditto Music ein paar tausend Streams erreicht. Also wird meine Musik auch tatsächlich gehört. Ich bekomme Kommentare, sie wird weiter empfohlen, in TikToks verwendet, geherzt und all das. Es gibt hunderte Downloads meiner Musik.

Naja, und irgendwie habe ich es dann übertrieben. Ich hatte eine gewaltig hohe Schlagzahl. Dabei habe ich mich immer gewundert, wenn es in den Klugscheißer-Videos zum Musik produzieren immer heißt, dass es ein tolles Ziel ist, pro Monat einen Song fertig zu stellen. Lange Rede, kurzer Sinn. So schnell, wie ich die Dinger rausgehauen habe, konnte Ditto sie gar nicht bei den Streamingdiensten abwerfen. Und hier und da gab es noch eine interne Klärung wegen diverser Samples.

Ich habe gelernt, dass man schon mal 4 Wochen Zeit lassen soll, damit die Streamingdienste die Musik verarbeiten und verplaylisten können. Und naja, ich kann ja auch meine Tracks Editorial Playlisten vorschlagen. Die brauchen ja auch ihre Zeit. Also werde ich nicht mehr so kurz hintereinander rausballern, sondern bestenfalls alle 4 Wochen. Und wenn es mal länger dauert, bis ich was neues habe, wird es auch keine Toten und Verletzten geben.

Bleibt die Sache mit den Samples. Ich mache da jetzt für jeden Track eine Dokumentation: Screenshot vom Projekt in Ableton und vom Projekt-Ordner, sowie genaue Beschreibung, welche Samples wann und wie vorkommen und woher die stammen. Meistens sind die von BandLab. Jedenfalls verlinke ich die Lizenzbestimmungen der Samples. Und das hänge ich bei dem Track mit dran. Und das funktioniert tadellos.

Ich wollte es erst nicht glauben. Ich habe ja nun „Born Again“ veröffentlicht bekommen. Dass das reibungslos bei Ditto ablief, hätte Zufall oder so sein können. Im September kommt so richtig klassischer Trance. Da war der ganze Prozess nach Stunden durch. War ich baff! Und nun habe ich vorgearbeitet für den Oktober. Und da ging das auch wieder innerhalb von ein paar Stunden und nicht Wochen über die Bühne. Das kann doch kein Zufall sein, oder?

Merke: Erzähle deinem Vertrieb, was im Paket ist, und gib ihm genug Zeit, dann funktioniert das auch. Bei „Born Again“ habe ich das einfach mal ausprobiert. Aber ich glaube, ich bleibe da erstmal dabei. Na klar, es wird sicherlich irgendwann mal wieder etwas schief gehen. Aber im Moment bin ich da schon happy.

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