Zu viele Songs: Bin ich zu produktiv?
Was macht man denn, wenn man als Freizeit-Musikmacher denkt, man habe zu viele Songs? Ich habe da einiges auf Halde und weiß nicht weiter. Na klar, ich könnte die sonstwo umher schmeißen. Wer sagt denn, dass ich die zwingend über Ditto Music raushauen muss? Aber ich glaube, ich bin ein bisschen dabei, mich zu verzetteln....
as macht man denn, wenn man als Freizeit-Musikmacher denkt, man habe zu viele Songs? Ich habe da einiges auf Halde und weiß nicht weiter. Na klar, ich könnte die sonstwo umher schmeißen. Wer sagt denn, dass ich die zwingend über Ditto Music raushauen muss? Aber ich glaube, ich bin ein bisschen dabei, mich zu verzetteln. Das ist eine ziemlich absurde Situation. Sie kam aber aus einem ganz bestimmten Grund. Und das habe ich nun am Ende davon. Ich werde mal was aufschreiben.
Kann ein Musiker zu viele Songs haben?
Wenn es darum geht, wie viele Tracks dann zu viele Songs bedeuten, gucken wir mal in die Vergangenheit. 1987 hatte Michael Jackson das Album „Bad“ veröffentlicht. 11 Lieder sind auf dem Album, aber Michael Jackson schrieb etwa 60 Stücke und nahm 30 auf. Oder Prince: Der schrieb für sein größtes Album „Purple Rain“ gar über 100 Songs. Insofern: Ich glaube nicht, dass ein Musiker irgendwann mal zu viele Songs haben kann.
Jetzt wäre es aber vermessen, mich in irgendeiner Form mit Michael Jackson oder Prince vergleichen zu wollen. Ich weiß schon, dass ich nur ein klitzekleines Licht in der Musikwelt bin und einfach nur ein bisschen herum dudle. Ab und an kommt was halbwegs hörbares heraus, oft genug aber nicht. Und wenn etwas hörbares herauskommt, veröffentliche ich das seit 2 Jahren über Ditto Music. Und da habe ich ja gelernt, dass ich nicht wie ein Verrückter raushauen kann.
Tjoar, und dann bist du in einer sehr produktiven Phase und kriegst es hin, dass Track um Track fertig wird. Was dann? Ich habe irgendwo gelesen, dass keine Sau mehr ganze Alben auf den Streamingdiensten hört, geschweige denn herunterlädt. Unter den Top 5 meiner Veröffentlichungen bei Ditto Music befinden sich aber meine beiden Alben. Das war erst die „Cascade LP“. Naja, und später folgte dann das Album „Treasures“. Also hört man doch Alben, oder wie?
Bündle die Songs doch zu Alben
Ich höre es doch schon: Wenn du zu viele Songs hast, als dass du nur alle 4 Wochen mal eine Single raushaust, dann mach doch Alben. Ja, schön und gut. Das könnte man tatsächlich machen. Das große Problem dabei ist aber, dass diese Tracks allesamt nicht so wirklich gut zusammenpassen. Und das ist ja das, was ein Album ausmacht. Bei der „Cascade LP“ habe ich euch in meine Welt mitgenommen. Bei „Treasures“ waren es Schätze, die mir so im Laufe der Zeit eingefallen sind.
Du hast also immer irgendwie eine Überschrift. Die Stücke müssen zumindest lose zusammenpassen. Glaubt ihr, „Disintegration“ von The Cure wäre ein derart gigantisches Album geworden, wenn die Band da nur irgendwelche random Stücke zusammen gewürfelt hätte? Und da ist eben derzeit so meine Schwierigkeit. Die Tracks passen nicht gut zusammen. Tjoar, und da stehe ich nun da und habe zu viele Songs, als dass ich sie sinnvoll veröffentlichen könnte.
Na, und BandCamp?
Ihr wisst ja, dass ich wieder auf BandCamp unterwegs bin. Aber, Boy, das ist viel zu viel Arbeit für viel zu wenig, was dabei heraus kommt. Seit 1. Juni habe ich dort wieder eine Seite aktiv. Das ist ungefähr ein Vierteljahr. 60 mal wurde überhaupt ein Track angeklickt. Rückmeldung gibt es keine. Mir folgt dort exakt eine Person. Also kommt mir nicht damit, dass ihr die Musiker dort unterstützt. Das macht kaum jemand, habe ich erfahren. Aber falls doch, hier ist diese BandCamp-Seite von mir.
Nee, BandCamp wirkt für mich wie eine Geisterstadt. Über SoundCloud und Co. erhalte ich zumindest mal irgendeine Reaktion. Naja, und so schlimm es ist, aber Spotify und Apple Music sind nun einmal die größten Musikplattformen. Der Zugang ist einfach, und es funktioniert halt. Du wirst nicht viele Hörer von Spotify zu BandCamp umgezogen kriegen. Wenn ich da nun zu viele Songs habe, werden die dort dann ja auch nicht gehört. Das weiß ich leider mit Sicherheit.
Also was tun?
Musik transportiert ja immer auch Emotionen. Jaja, ich weiß, die Musik-Puristen können es sich nicht vorstellen. Aber auch mit elektronischer und tanzbarer Musik kannst du Emotionen transportieren. Ich denke ja immer, dass die Dinge dann auch immer in die Zeit passen müssen. Ich habe zum Beispiel einen Track fertig, in dem ich über die Tech Bros, Social Media und den ganzen Algorithmus-Dreck philosophiere. Ja, auch mit Text. Da denke ich mir, dass das zeitnah raus sollte.
Aber genau das geht halt nicht. Und da grüble ich derzeit, wie ich damit umgehe. Naheliegend ist vielleicht mal wieder eine EP, also irgendwas zwischen Single und Album. Wie das mal mit der „Melodies“-EP war, zum Beispiel. Aber ist das wirklich ein guter Weg? Was meint ihr denn dazu? Was wäre denn so der beste Weg? Ich glaube halt nicht, dass man zu viele Songs haben kann. Aber für den Rhythmus „1 Veröffentlichung im Monat“ habe ich halt zu viel. Und da muss ich mir was einfallen lassen.
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