Trance ist zurück – oder war er nie weg
Leute, was ist denn eigentlich Trance? Ja, eine Musikrichtung, das ist schon klar. Aber was zeichnet Trance denn eigentlich heutzutage aus? Und wie ist das denn? Hat die Musik, die wir früher als das bezeichnet hatten, mit der Musik, die heute so bezeichnet wird, noch viel zu tun? Was gibt es denn so dazu zu...
eute, was ist denn eigentlich Trance? Ja, eine Musikrichtung, das ist schon klar. Aber was zeichnet Trance denn eigentlich heutzutage aus? Und wie ist das denn? Hat die Musik, die wir früher als das bezeichnet hatten, mit der Musik, die heute so bezeichnet wird, noch viel zu tun? Was gibt es denn so dazu zu erzählen? Und was meine ich denn eigentlich damit, wenn ich lauthals verkünde, dass der Stil und die Musik zurück sind?
Was zeichnet denn Trance überhaupt aus?
Der Name des Musikstils kommt tatsächlich von dem Bewusstseinszustand Trance. Es handelt sich dabei um einen recht schnellen Stil elektronischer Musik. Die meisten Wichtigtuer nennen bei Abhandlungen über Trance riesige Klangteppiche, epische Arpeggios als wichtigste Elemente, die irgendwo um die 140 BPM mit ziemlich heftigen Kicks einhergehen. Aber stimmt das? Wo kommt denn Trance überhaupt her? Eins der namhaftesten Stücke aus den Anfängen ist „Stella“ von Jam & Spoon:
Wenn ihr das Ganze grad laufen habt, werdet ihr feststellen, dass es dann doch verhältnismäßig monoton ist. Trance der Anfangszeit bestach durch das Gefühl. Man begab sich auf eine Reise. Da war noch nicht von diesen epischen Breakdowns und Peaks und all dem die Rede. Und es wurden Geschichten erzählt wie hier in „Running“ von Tyrell Corp., die dann später in Teilen zu Culture Beat wurden:
Und dann kam es später zu den absoluten Flächenbränden in Sachen Trance. Sie kamen alle um die Kurve: ATB, Armin van Buuren, Tiesto, Ferry Corsten. Und es entwickelte sich Euphoric Trance. Das war dann die absolute Hochphase. Da gab es einen gewissen William Orbit, der klassische Stücke neu aufgenommen hatte. Eins davon das „Adagio For Strings“, das dann Ferry Corsten zu einem legendären Remix verhackstückt hatte. Das war meiner Meinung nach der Peak.
Alle waren dann so unterwegs. Tiesto stellte Rekorde auf, Armin van Buuren hat seitdem seine Show „A State Of Trance“. Es gab gigantische Events. Aber irgendwie änderte sich die Welt. Vermutlich auch wegen all der schlimmen Ereignisse der 2000er, wie dem 11. September, weltweite Krisen wie Corona, Kriege und all das. Man konnte auch mit Trance nicht mehr der Welt entfliehen. Aber Trance war halt immer da. Nur nicht mehr ganz so präsent.
Und jetzt ist er wieder da?
Trance hatte sich dann irgendwann verändert. Es gab nicht mehr das Ausbrechen aus der Welt mit der Musik, die Musik wurde auch etwas langsamer. Weil der Begriff bei Millionen von Menschen bis heute ein Glücksgefühl auslöst, wurde bald alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen war, so genannt. Die großen Erfolge blieben aus, weil es dann beliebig wurde. Dagegen konnten auch Stars wie Paul van Dyk nichts ausrichten. Alles musste sich ändern. Ferry Corsten kam mit Gouyrella und dem Track „Anahera“ um die Kurve:
Da waren sie wieder: Die Glücksmomente, die Laser, zu denen sich zahllose Hände entgegen streckten, die Menschen mit Tränen in den Augen. Ferry Corsten und Armin van Buuren sind bis heute mit sagenhaften Tracks unterwegs. Auch Paul van Dyk ist nach wie vor aktiv, aber halt irgendwie anders. Trance an sich hat sich als Underground-Genre etabliert. Er hat mit der Übermacht von Melodic House und Melodic Techno zu kämpfen.
Heutzutage wird quasi alles an Fahrstuhl-Musik um die 125 BPM als Melodic House bezeichnet. Und es langweilt. Die großen Helden der Ära, als Trance die Welt der Tanzenden bestimmt hat, sind aber nach wie vor da. Und sie hauen auch immer wieder ihre Nummern raus. Aber auch neue Acts gibt es, wie hier Craig Connelly, der mit Haliene diese Nummer 2023 rausgehauen hat:
Und was ist mit den Pionieren? Jam & Spoon sind durch den Tod von Mark Spoon nicht mehr aktiv, bei Culture Beat lebt Torsten Fenslau auch seit vielen Jahren nicht mehr, andere sind seit vielen Jahren von der Bildfläche verschwunden. Trance wird als Musikstil, der seinen speziellen Moment braucht, erhalten bleiben. Er war nie ganz weg, aber die großen Zeiten werden wohl Vergangenheit bleiben. Vielleicht ist das aber auch gut so. Sonst langweilt er so wie Melodic House.
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