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KI-Kommentare: Wenn Spam nicht mehr wie Spam aussieht

Um sich das Leben zu erleichtern und Unterstützung zu erhalten, ist KI manchmal nicht die schlechteste Idee. KI-Kommentare dann aber schon. Wisst ihr, in diesen Zeiten freut man sich echt als Blogger, wenn dann doch mal ein Kommentar eintrudelt. Und dann sowas, was ich in letzter Zeit so feststelle? Echt jetzt? Und nein, mir geht...

Henning Uhle
Nov 1, 20264 min read

m sich das Leben zu erleichtern und Unterstützung zu erhalten, ist KI manchmal nicht die schlechteste Idee. KI-Kommentare dann aber schon. Wisst ihr, in diesen Zeiten freut man sich echt als Blogger, wenn dann doch mal ein Kommentar eintrudelt. Und dann sowas, was ich in letzter Zeit so feststelle? Echt jetzt? Und nein, mir geht es nicht allein so. Der Robert erlebt so etwas halt auch. Das Problem ist dabei nicht, dass KI schreibt, sondern dass es immer schwieriger wird, Spam von echten Kommentaren zu unterscheiden.

Was denn für KI-Kommentare?

Robert hat in seinem Artikel einen solchen Kommentar besprochen. Es mag Zufall sein, aber ich bekomme in letzter Zeit auch solche KI-Kommentare. Vor ein paar Tagen kam einer um die Kurve, der recht einfach zu erkennen war. Beim zweiten Kommentar war das schon schwieriger. Beide bezogen sich auf meinen Artikel zu meiner Single „Orbital“ vor ein paar Tagen.

Spannende Idee, den Weltraum klingen zu lassen. Die Mischung aus Triangel, Noise und dem Sample „Alien Scanner“ passt gut zu dem düsteren Bild von Raumschiffen in der Umlaufbahn. Und die Piano-Melodie als Verbeugung vor „Drifting Away“ von Faithless ist eine schöne Brücke zu Reverence / Irreverence. Die Aufrufzahlen sind bei solchen Projekten wirklich nebensächlich, Hauptsache, das Basteln in Ableton macht Spaß.

Der war einigermaßen schnell als KI-generiert zu erkennen. Wer auch immer den Kommentar zusammen gepromptet hat, hat 1:1 Inhalte aus meinem Artikel verwendet. Das ist beim zweiten Kommentar schon viel schwieriger zu erkennen:

„Aber ich wollte mal gucken, ob es geht, den Weltraum klingen zu lassen.“ Eine schöne Idee für einen Track. Ich höre mir „Orbital“ heute Abend an. Gerade bei so einem Experiment finde ich spannend, welche Sounds man für etwas eigentlich Lautloses wie den Weltraum wählt. Und die Aufrufzahlen sind am Ende wirklich egal, wenn das Basteln Spaß gemacht hat.

Was ist so schlimm an den Kommentaren?

Ich schrieb ja, dass wir Blogger uns über jeden Kommentar freuen. Was ist denn da so schlimm daran, wenn ein paar KI-Kommentare dabei sind? Das ist ganz einfach: Es ist am Ende Spam. Nicht, weil KI verwendet wurde. Sondern weil irgendwer irgendeinen Kommentar zusammen geklöppelt hat, um einen Link zu einer KI-Webseite zu setzen. Beim ersten Kommentar wurde für eine Webseite geworben, auf der man einen Mac Mini M4 irgendwo auf der Welt mieten könne und Claude Code installiert sei.

Und dieser Kommentar-Prompter erzählt irgendwas von Triangeln und Sounds und Ableton? Ach, kommt, das musste von mir aussortiert werden. Der zweite Kommentar aber – wie gesagt – war schon schwieriger zu identifizieren. Der war persönlich geschrieben. Ich bin halt darauf gestoßen, weil da ein „DescribeMusic“ schrieb. Also musste ich mal nach der nämlichen Webseite schauen.

„Beschreibe Musik“ heißt der Kommentierende übersetzt. Und es ist tatsächlich so: Du kannst irgendeine Audio-Datei nehmen, die bei denen hochladen und dann von einer KI analysieren lassen. Was weiß ich, wo die Audio-Dateien landen? Mache ich mich angreifbar, wenn ich so einen Kommentar freischalte? Nehmt es mir nicht übel, aber ich habe diesen und den oberen Kommentar lieber gelöscht. Und da passen wenigstens die Worte zum Text, und das ist dann das Schlimme an der Geschichte.

Spam sieht nicht mehr wie Spam aus

In diesem so genannten Damals war es so, dass für Viagra und Pornos und sonstwas geworben wurde und irgendwelche absurde Buchstabensuppen in Blogkommentare geworfen wurden. Das ist jetzt anders. KI-Kommentare sehen halt nicht mehr wie Spam aus. Ich bin mir bei den beiden Kommentaren nicht ganz sicher, ob das wirklich Spam ist. Ich klassifiziere das als solches durch meine Vermutungen. Ich meine, wenn wir darüber nachdenken, kann man echt nur so urteilen.

Aber Robert – nochmal: erster Link im Artikel – hat da schon Recht: Nicht jeder der KI-Kommentare muss zwangsläufig Spam sein. Und nicht jeder Kommentar mit einem Link ist Spam oder Werbung. Am Ende muss ich als Macher dieses Blogs wirklich drei, vier Takte länger darüber nachdenken, was es mit dem jeweiligen Kommentar auf sich hat. Und wie ist das eigentlich, wenn einer der KI-Kommentare tatsächlich etwas brauchbares beiträgt? Ist das tatsächlich zu verteufeln?

Ich will nicht, dass durch Kommentar-Spam mein Blog zu einer Spamschleuder wird. Dann entferne ich die Kommentare lieber. Ihr wisst ja, wie das mit der Vorfahrin von Porzellankisten ist. Lieber so, als dass mein Blog nach über 17 Jahren anfängt, wegen meiner Unachtsamkeit mit Dreck um sich zu werfen. KI-Kommentare kommen von Schreibenden, die das erste Mal kommentieren. Und die werde ich auch in Zukunft manuell freischalten. Oder halt nicht. Ich glaube eher nicht. Denn es bleibt wohl Spam.

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