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Fediverse: Ich fühle es immernoch nicht

Als ich im September meine Mastodon-Pause auf unbestimmte Zeit eingeläutet hatte, wusste ich nicht, dass ich das Fediverse nicht mehr fühle. Moment mal, das habe ich doch in dem Artikel explizit so genannt. Was erzähle ich hier also? Es ist ja eigentlich für die Auskenner ganz einfach: Mastodon ist nur ein Teil vom Fediverse. Und...

Henning Uhle
Nov 2, 20264 min read

Als ich im September meine Mastodon-Pause auf unbestimmte Zeit eingeläutet hatte, wusste ich nicht, dass ich das Fediverse nicht mehr fühle. Moment mal, das habe ich doch in dem Artikel explizit so genannt. Was erzähle ich hier also? Es ist ja eigentlich für die Auskenner ganz einfach: Mastodon ist nur ein Teil vom Fediverse. Und ich wollte mit dem Artikel eigentlich nur aussagen, dass ich mir bei Mastodon fehl am Platz vorkomme. Aber das Ganze betrifft eigentlich alles föderierte im Moment.

Fediverse? Mastodon?

Fangen wir nochmal von vorn an: Ich glaube, es gibt unfassbar viele Internet-Nutzer, die von Mastodon mal etwas gehört haben. Es wird als Twitter-Alternative angesehen. Viele Fans des Dienstes würde es als „das bessere Twitter“ ansehen oder so. So leid es mir tut, das so schreiben zu müssen: Es ist nicht das bessere Twitter, es ist etwas vergleichbares wie Twitter. Aber halt auch nur ein Teil des Fediverse. Es gibt unzählige Abhandlungen darüber.

Es ist so, dass in diesem Netzwerk versucht wird, alle möglichen kommerziellen Dienste abzubilden. So gibt es Friendica / Sharkey / andere Dienste, die irgendwie ein Teil des Netzwerks sind, das sich als eine Art Facebook verkleidet hat. PeerTube will eine Art YouTube sein, PixelFed eine Art Instagram, Lemmy irgendwas in Richtung Reddit, Funkwhale verkleidet sich als Spotify-Alternative. So etwas in der Art. Prügelt mich nicht, ich fasse mich hier nur kurz.

Und nein, diese ganze Aufzählung kann und will gar nicht den Anspruch erheben, in irgendeiner Form vollständig zu sein. Aber selbst wenn es den Auskennern so vollkommen unbegreiflich ist, es gibt jede Menge Menschen auf dieser Welt, die mit all diesen Begrifflichkeiten nichts anfangen können. Und wenn ich mich an all diese schon fast hanebüchenen Debatten auf Mastodon erinnere, weiß ich doch schon, wie beim Lesen manchen Menschen hier das Blut kocht.

Und das ist das Problem, was ich mit dem Fediverse im Allgemeinen und mit Mastodon im Speziellen habe. Viele Nutzer – oh, sorry: Nutzende – haben sich immer darüber beschwert, wie tendenziös Twitter im Speziellen sei. Bei so vielen Wortmeldungen im Fediverse habe ich mich allerdings gefragt: Und DAS ist jetzt nicht tendenziös? Und dann fällt es mir Dummerchen ein: Im Fediverse sind ja die Guten. Und das fühle ich alles nicht mehr. Immernoch nicht.

Es geht auch anderen so

Ob es exakt die gleichen Beweggründe sind wie bei mir, kann ich natürlich in keinster Form sagen. Aber ich habe beim John gelesen, dass er sich aus dem Fediverse verabschiedet hat. Bis auf ein paar nette Menschen hatte er auf den ganzen anderen Rest auch bloß keine Lust mehr. Und wie ich verdrückt er sich ja auch nicht komplett aus Social Media. Wie ich ist er im Himmel: Ich bei Bluesky, er bei Eurosky. Ich habe mich nur noch nicht genug mit Eurosky auseinandergesetzt.

Ich weiß, dass ich meine Konten im Fediverse eigentlich zumachen könnte. Ich habe – gesondert – einen Friendica-Account, den ich nicht nutze, einen Pixelfed-Account, der brach liegt, und mein häufig und intensiv genutztes Mastodon-Profil, das ich vorerst ruhen lasse. Zwar gehören die Accounts bei Pixelfed und Mastodon zusammen, aber ich betrachte sie dennoch separat. Bei Friendica war es jetzt so, dass ich während des Schreibens den ungenutzten Account gelöscht habe.

Ob ich nun bei Bluesky hängen bleibe, zu Eurosky umziehe oder das auch alles dicht mache, weiß ich ja auch noch nicht. Aber beim Fediverse – also bei Mastodon – werde ich es nach wie vor so handhaben, dass ich meinen Account dort ruhen lasse. Vielleicht sticht mich irgendwann der Hafer, und ich guck dort mal wieder rein. Im Moment fühle ich dafür halt keinerlei Veranlassung. Es klang alles damals so gut. Irgendwie nervt im Moment alles nur noch.

Ach ja, eins noch: Meinem Blog kann man im Fediverse natürlich nach wie vor folgen. Der Button dazu ist in der Seitenleiste: Am Rechner rechts, auf dem Handy unten. Und bei Bluesky folgt man mir einfach über mein stinknormales Profil. Aber bei beidem muss ich ja nicht zwangsläufig dort aktiv sein. Damit fahre ich im Moment immernoch am besten. Insofern geht meine Pause bei Mastodon erstmal weiter.

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