Damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. (Mt 13,29)
16 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 13, 24–43 In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als...
6 Sonntag im Jahreskreis
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 13, 24–43
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!
Tagesimpuls
Damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. (Mt 13,29)
Jesus spricht aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war. Auch im Alten Testament war es noch verborgen. Damals meinte man, dass Gott das Unheil senden würde. Aber jetzt wird es ganz klar! Gott hat alles gut geschaffen. Von ihm kommt nur das Gute. Und ganz am Anfang war alles nur gut. Aber dann kam ein Feind Gottes (der Teufel) und hat Unkraut gesät. Hier ist die Antwort auf die uralte Frage der Menschheit: „Woher kommt das Leid? Woher kommt das Böse? Woher kommt das Unkraut?“ Es kommt nicht von Gott, es kommt vom Teufel.
Damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Die Jünger fragen nun das, was alle Menschen fragen: „Warum reißt Gott das Unkraut nicht einfach aus? Warum lässt er es zu?“ Und die klare Antwort: Dann würde alles kaputtgehen. Also: Wenn Gott das Böse mit einem Blitz strafen würde, dann würden wir selbst auch schon lange nicht mehr leben!!! Müssen wir jetzt nicht demütig werden? Was für ein Hochmut ist es, dass wir denken, wir wären bei den Guten und die anderen müssten bestraft werden! Sind wir nicht alle Sünder gegenüber dem einen guten Gott? Wir sollen uns nicht vergleichen, wer mehr gesündigt hat. Wir sind alle ähnlich große Sünder. Und daher reißt Gott das Böse nicht aus.
Damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Das soll uns aber nicht verzweifeln lassen an der Welt. Es ist nicht so, als könnten wir nichts tun, um die Welt besser zu machen. Jesus hat ja sogar geboten: „Treibt Dämonen aus!“ Wir Menschen, die wir dem Bösen Zutritt zur Welt gegeben haben, können dem Bösen Einhalt gebieten und die Mächte, die uns bedrängen, zurückschicken. Wenn wir eine Tür geöffnet haben, können wir das bereuen, Gott um Verzeihung bitten, die Macht des Bösen, die er in diesem Bereich bekommen hat, brechen und alle Geister, die dadurch in unser Leben gekommen sind, im Namen Jesu zum Kreuz schicken. Das geht. Und die Jünger, als sie es zum ersten Mal gemacht hatten, staunten und riefen aus: „Sogar die bösen Geister gehorchen uns!“ Auf diese Weise können wir die Macht des Bösen schon jetzt in dieser Welt zurückdrängen.
Gebet:
Jesus, du sagst uns das, was vor so viele Generationen verborgen war, und was auch heute noch für die meisten Menschen ein Rätsel ist. Du sagst, dass es diese bösen Mächte gibt, die Gott nicht ausreißt, aber die wir wegschicken können. Ich bitte dich, dass immer mehr Menschen diese Wirklichkeiten verstehen können und immer mehr Menschen echte Befreiung finden.
Pastor Roland Bohnen
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