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Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. (Mt 13,52)

17 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 13, 44–52 In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein.Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er...

Tagesimpuls
Jul 25, 20264 min read

7 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 13, 44–52

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein.Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.
Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen.
Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.
So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja.
Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Tagesimpuls

Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. (Mt 13,52)

Ich habe mich an dem „Deswegen“ gestoßen, denn ich verstand zunächst nicht den Sinn, wieso sich der Schlusssatz auf die vorausgegangenen Gleichnisse bezieht. Aber wenn man vom Schlusssatz her die Gleichnisse versteht, dann ergeben die Worte Jesu vollkommenen Sinn. Dann müsste mit dem Alten das gemeint sein, was die beiden Personen verkauft haben. Sie hatten das Judentum, das Alte Testament, und sie verkaufen alles, um den kostbaren Schatz und die kostbare Perle – also Jesus – zu kaufen. Aber wenn jemand ein Jünger Jesu geworden ist, dann integriert sich alles zu einem Ganzen. Man erkennt, wie Jesus schon im alten Leben präsent war und alles auf den Tag hingeführt hatte, an dem man Jesus kennengelernt hat. Das Alte hat einen bleibenden Wert, wenn es in das Neue integriert ist. Daher bildet es für den Jünger Jesu einen Schatz, aus dem er das eine wie das andere hervorholen kann.

Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Viele von uns Christen können in ihrem Leben diese zwei Abschnitte wiederfinden: vor Jesus und mit Jesus. Paulus bezeichnet sein Vorleben als „Mist“ (Phil 3,8). So geht es manchen Christen, die sich von ihrem alten Leben distanzieren, nichts mehr damit zu tun haben wollen, vielleicht auch den Kontakt zu Menschen abbrechen. Diese Haltung ist verständlich. Aber wenn mein Verständnis der heutigen Bibelstelle richtig ist, dann geht es doch eher ums Integrieren. Ich hatte in Exerzitien mal ein Bild. Ich hätte gern die Vergangenheit ausradiert, so als würde sie nicht mehr existieren Aber ich verstand, dass Gott alles heilen will, nicht ausradieren. Stellen wir uns einen Baum mit den Jahresringen vor. Jeder Ring bleibt erhalten. Jeder Ring bin ich auch heute. Ich bin auch heute der kleine Junge, der verletzt worden ist. Von Anfang an gehört alles zu meiner Existenz. Aber Gott kann auch in der Vergangenheit noch alles heilen. Dann muss ich diese Zeit nicht abstoßen, sondern kann versöhnt mit mir leben. Dann bin ich eine Person, mit Alten und Neuem, und alles ist wertvoll.

Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Wir können Jesus bitten, in unsere Erinnerungen zu kommen und sie zu heilen. Wir können uns z.B. vorstellen, wie er mich in gefährlichen Situationen beschützt hat. Und dann ist es wirklich so. Die Wunden heilen genauso, als wenn ich damals schon Jesus gekannt hätte und er mich damals schon geheilt hätte. Am Ende kann ich versöhnt und glücklich auf jedes Jahr meines Lebens schauen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du die Vergangenheit so wunderbar heilen kannst. Wenn ich dich finde, kann ich alles Alte loslassen um deinetwillen. Aber dann schenkst du es mir versöhnt wieder zurück, und mein Leben kann ganz und heil werden. Dafür danke ich dir!

Pastor Roland Bohnen

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