Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. (Mt 15,11)
18 Woche im Jahreskreis Dienstag Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 15, 1–2.10–14 In jener Zeit kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht ihre Hände, wenn sie essen. Und Jesus rief die Leute zu sich und sagte: Hört...
8 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 15, 1–2.10–14
In jener Zeit kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht ihre Hände, wenn sie essen.
Und Jesus rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die Pharisäer, die dein Wort gehört haben, empört sind?
Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.
Tagesimpuls
Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. (Mt 15,11)
In allen Aussagen Jesu geht es ihm um unser menschliches Herz. Die Pharisäer – und so ist es in vielen Religionen – klammern sich an Äußerliches. Letztlich ist das ein sozialer Druck auf die Menschen, die diesen Religionen angehören. Sie müssen sich an bestimmte Regeln halten. Bei Jesus dagegen geht es nicht um Anpassungsdruck. Er will, dass jeder Mensch aufblüht, dass seine Charismen zur Geltung kommen, dass er genau so wird, wie Gott ihn berufen hat. Die persönliche Berufung und Entfaltung soll nicht durch Regeln und Systeme eingeschränkt werden.
Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Jesus sagt nicht, dass es keine Unreinheit gäbe. Er sagt auch nicht, dass jeder alles machen kann. Aber der Ursprung der Sünde liegt im Inneren des Menschen. Wenn ich dies beispielsweise auf das Essen übertrage: Wir Christen haben keine Speisevorschriften. Wir dürfen alles essen und trinken, sogar Alkohol. (Jesus hat Wein getrunken.) Aber es gibt eine Begierde, die Völlerei. Diese liegt im Inneren des Menschen. Wenn ich der Völlerei nachgebe, dann ist das Sünde, sogar eine der sieben Hauptsünden. Aber das alles spielt sich zunächst im Herzen ab und verwirklicht sich dann in der Tat. Das Essen an sich ist keine Sünde, nur die Begierde und die Handlung, die aus der Begierde folgt.
Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Wenn Jesus sagt, dass das, was aus dem Mund herauskommt, ihn unrein macht, dann meint er die bösen Gedanken, die sich in bösen Worten äußern. Es kann nichts herauskommen, was nicht zuvor im Inneren gedacht wurde. Man kann auch andere Worte dafür finden, die das Gemeinte sehr gut beschreiben, wie „Haltung“ oder „Charakter“. Unsere Haltungen sollen gut sein, unser Charakter soll gut sein. Und das geschieht, wenn wir uns mit Jesus vereinigen, damit er uns heilen und reinigen kann.
Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Der Weg Jesus, der christliche Weg also, ist: Wir verbinden uns mit Jesus. Dann heilt Jesus unser Herz. Der Heilige Geist kommt zu uns und schenkt uns göttliche Liebe ins Herz. Durch den Heiligen Geist bekommen wir die Kraft, sündige Neigungen zu überwinden. Unser Herz wird gut, unsere Haltungen, unser Charakter wird gut. Und das äußert sich in guten Worten und Taten. Das schenkt uns Christen eine sehr große Freiheit. Wir dürfen alles, nichts ist uns verboten. Aber wir tun nicht alles. Unser Maßstab ist die Liebe.
Gebet:
Jesus, ich danke dir für die Freiheit, die du uns Christen schenkst. Wir dürfen Kinder Gottes sein und werden niemals durch religiöse Vorschriften reglementiert oder sogar unterdrückt. Wir müssen uns nicht anpassen, sondern wir dürfen unsere Persönlichkeit entsprechend unserer Berufung frei entfalten. Bitte hilf uns, unsere sündigen Neigungen zu überwinden, damit wir ganz in der Freiheit der Kinder Gottes leben können.
Pastor Roland Bohnen
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