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Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. (Mt 15,22)

18 Woche im Jahreskreis Mittwoch Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 15, 21–28 In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon...

Tagesimpuls
Aug 5, 20264 min read

8 Woche im Jahreskreis Mittwoch

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 15, 21–28

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her!
Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Tagesimpuls

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. (Mt 15,22)

Viele Christen sagen, dass man nicht hinter allem den Teufel sehen solle. Und Paulus schreibt auch zu Recht, dass man das Böse durch das Gute überwinden soll. Trotzdem ist es aber auch realistisch, wenn man eine dämonische Belastung erkennt und damit zu Jesus geht. Man soll den Teufel nicht überbewerten, man soll ihm keine Bühne geben, aber man soll ihn auch nicht ignorieren.

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.

Vielleicht ist es wie bei einem Fußballspiel. Wenn die Mannschaft nur das Spiel der gegnerischen Mannschaft studiert und sich darauf einstellt, aber ihr eigenes Spiel nicht mehr spielen würde, dann wäre das nicht richtig. Die Mannschaft soll ihre eigenen Stärken ausspielen und einsetzen. Trotzdem studiert aber jede Mannschaft auch vor dem Spiel die Stärken und Schwächen des Gegners, um ihn besiegen zu können. Also nicht überbewerten, aber ernst nehmen.

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.

Es überrascht vielleicht manche, dass sogar Kinder schon belastet sein können. Ich habe es selbst noch nicht bewusst erlebt, aber es wurde mir sehr glaubhaft versichert aus Erfahrungen anderer Priester. Manche Eltern fragen, was dann zu tun ist. Hier im Evangelium sehen wir die Antwort. Die Frau macht es richtig. Sie bringt nicht ihr Kind zum Befreiungsgebet. Sie selbst wendet sich an Jesus. Es ist anders als beim Arzt, wo man das Kind mitbringen muss. Wenn es um geistige Dinge geht, können die Eltern stellvertretend für das Kind beten, das Kind muss davon nichts mitbekommen. Also heute wäre es in einem solchen Fall so: Die Eltern würden zum Priester gehen, ohne das das Kind davon etwas mitbekommen würde.

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.

Am Ende noch ein Wort zum Zögern Jesu, ein Motiv, das wir in der Bibel immer wieder finden, und wir finden es auch in unserem Leben sehr häufig. Auch hier macht die Frau es richtig! Das Zögern Jesu heißt nicht, dass er nicht helfen will. Es zeigt nur, dass von unserer Seite noch nicht alles getan ist. Für die Frau heißt es: Hier brauchen wir mehr Gebet, und sie bleibt dran. Wenn wir beim ersten Zögern Jesu meinen, es wäre nicht Jesu Wille, dann machen wir etwas grundlegend falsch. Das zeigt sogar ein falsches Gottesbild, denn Jesus will heilen und befreien. Zu sagen, es sei nicht Gottes Wille, beweist ein sehr problematisches Gottesbild.

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.

Wenn Jesus zögert, kann das für uns nur heißen: Weiter fragen, weiter dran bleiben! Z.B. könnte man Jesus fragen: „Was fehlt noch, was soll ich noch tun? Wie soll ich noch beten?“ Aber wir sollen nicht sagen, es ist nicht Gottes Wille! Es kann nicht sein, dass es Gottes Wille ist, dass ein Kind leidet. Wir können höchstens fragen: Wieso hat der Teufel hier noch so viel Macht?

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns auf den richtigen Weg bringst. Bitte hilf uns, die Hoffnung nie aufzugeben. Hilf uns, dass wir nie ein schlechtes Bild von Gott haben und stärke unseren Glauben! Zeige uns, was wir machen und wie wir beten sollen, damit wir die Machenschaften des Teufels, der so viele Menschen quälen will, durchbrechen können!

Pastor Roland Bohnen

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