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Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! (Mt 22,21)

29 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 22, 15–21 In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst...

Tagesimpuls
Oct 17, 20263 min read

9 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 22, 15–21

In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.
Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person.
Sag uns also: Was meinst du? Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?
Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich?
Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.
Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Tagesimpuls

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! (Mt 22,21)

Es ist Gottes Wille, dass wir Christen uns an die staatlichen Gesetze halten. Wir sollen unsere Steuern zahlen und alles befolgen, was unser Staat geordnet hat. Dadurch wird unser menschliches Zusammenleben geregelt. Nun könnte man einwenden, dass wir Menschen Sünder sind, und dass es daher auch sündhafte Strukturen gibt, die nicht im Sinne Gottes sind. Muss man wirklich alles befolgen?

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Da wir Menschen unvollkommen und sündig sind, wird es nie einen vollkommenen Staat geben. Kann es richtig sein, dass ein Mensch, der sich moralisch vollkommener findet, deswegen meint, sich nicht mehr an staatliche Ordnungen halten zu müssen? Auch wenn wir Menschen Sünder sind und jedes Gemeinwesen auch von sündigen Strukturen durchdrungen ist, kann trotzdem nicht jeder machen, was er will. Wir können uns in unserem Gemeinwesen für Verbesserungen einsetzen, aber wir müssen uns doch an die Regeln halten, die hier gelten.

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Gott weiß, dass wir als sündige Menschen leben und dass alle unsere Gemeinschaftsformen, angefangen von der Familie bis hin zum Staat von Sünde durchdrungen sind. Aber Gott ist so groß, dass er trotzdem in alldem seine Absichten verfolgen kann. Die Sünde kann Gott nicht ausbremsen. Wir können Jesus in alles hineinbringen. Und das Gute kann sich immer wieder durchsetzen, wenn wir auf Jesus vertrauen. Wir brauchen keine Revolution, damit Jesus seine Ziele erreichen kann.

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Ich erinnere mich an die Geschichte, wo der Schwiegervater Jakobs ihn immer wieder um seinen Lohn betrügen will. Aber Gott wirkt, und es geht immer wider zu Jakobs Gunsten aus. Das zeigt mir: Der Staat kann ungerecht sein, die Kirche kann Fehler machen, in der Familie ist nicht alles so, wie es sein müsste. Gott kann trotzdem in allem dafür sorgen, dass es mir gut geht und dass seine guten Absichten sich durchsetzen. Wir brauchen keine idealen Umstände, wir brauchen keine ideale Gesellschaft. Wir können – um es so zu sagen – mit dem Material arbeiten, das wir zur Verfügung haben. Und darin kann Gottes Wille geschehen und sein Reich wachsen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich mir keine Sorgen machen muss darum, ob die Menschen alles richtig machen. Du beschützt mich, weil du die Macht hast, mitten in schwierigen Umständen doch immer das Gute zu wirken. Lass mich durch die Probleme in der Gesellschaft und in der Kirche nicht entmutigt werden, sondern lass mich voll Vertrauen das Gute tun.

Pastor Roland Bohnen

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