Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten? (Lk 12,56)
29 Woche im Jahreskreis Freitag Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 12, 54–59 In jener Zeit sprach Jesus zu der Volksmenge: Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr sofort: Es gibt Regen. Und so geschieht es. Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: Es wird heiß. Und es geschieht. Ihr Heuchler!...
9 Woche im Jahreskreis Freitag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 12, 54–59
In jener Zeit sprach Jesus zu der Volksmenge: Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr sofort: Es gibt Regen. Und so geschieht es.
Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: Es wird heiß. Und es geschieht.
Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu deuten. Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten?
Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?
Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen! Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen.
Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch die letzte Münze bezahlt hast.
Tagesimpuls
Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten? (Lk 12,56)
Es kann sich nur darum handeln, dass die Menschen sich für den Glauben an Jesus und damit an seine Barmherzigkeit entscheiden sollen. Der Glaube an die Gebote und an die Gesetze führt die Menschen zur Härte und zur Unbarmherzigkeit. Du musst eben alles befolgen, und dann schaffst du es nicht, und dann klagst du dich an. Und vor allem, du klagst die anderen an. So entstehen die Pharisäer, die die Menschen durch ihr Aufpassen auf die Einhaltung der Gesetze unterdrücken, ganz abgesehen davon, dass sie es selber nicht leben.
Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten?
Was kann das für unsere Zeit heißen? Auch wir stehen vor der Alternative, ob wir uns für Jesus entscheiden oder nicht. Wenn wir uns nicht entscheiden, dann bleiben uns noch das Gutmenschentum oder die anderen Religionen. Bei beiden haben wir es auch heute sehr wahrscheinlich mit Geboten zu tun, die wir befolgen müssen. Und dann werden die Menschen angeklagt, wenn sie sie nicht befolgen. Dann kommt z.B. die Sittenpolizei, die streng auf die Einhaltung achtet. Oder es werden Anklagen in der Gesellschaft erhoben gegen welche Gruppe auch immer, die sich nicht so verhält, wie es richtig wäre. Es gibt immer wieder Ausdrücke von Wut und Hass gegen Menschen, weil sie nicht gut sind, weil sie nicht moralisch handeln. Dahin führt es, wenn wir uns nicht für Jesus entscheiden. Wir erkennen irgendwie alle das Gute, und wir werden hart gegenüber denen, die es nicht leben.
Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten?
Bei Jesus lernen wir Barmherzigkeit. Wer seinen Bruder vors Gericht ziehen will, sagt Jesus, der würde selbst angeklagt, denn er selbst lebt auch nicht so, wie er leben müsste. Dann bleibt uns nur noch der Weg der Barmherzigkeit, der Weg Jesu. Wir sollen uns für Jesus entscheiden, nicht nur, weil er die Wahrheit ist, sondern auch, weil unsere Gesellschaft sonst hart wird, hartherzig, voller Wut gegen andere. Das Gutmenschentum (ohne Jesus) sieht zunächst so schön aus. Wir wollen doch alle gute Menschen sein, und dazu brauchen wir keine Religion. Aber auf die Dauer führt es uns nicht zur Barmherzigkeit, denn nur Jesus kann die Schuld vergeben. Ohne ihn rechnen wir die Schuld auf und klagen einander an.
Gebet:
Jesus, immer noch scheint es für unsere Zeit so unklar, dass wir uns für dich entscheiden müssen. Immer noch sehen es die Menschen nicht. Sie glauben, die Welt könne ohne dich genauso laufen. Bitte hilf unseren Zeitgenossen, die Notwendigkeit einzusehen, dass wir ohne dich eine immer härtere und strengere Gesellschaft werden, die uns allen nicht guttut.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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