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Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. (Mt 22,37)

30 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 22, 34–40 In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete...

Tagesimpuls
Oct 24, 20263 min read

0 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 22, 34–40

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Tagesimpuls

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. (Mt 22,37)

In den letzten Tagen haben uns die Evangelien immer wieder zum Nachdenken gebracht über die Erfüllung von Geboten. Jesus hatte immer betont, dass wir uns für ihn entscheiden sollen, dass wir an ihn glauben sollen. Heute gibt Jesus eine sehr interessante Antwort. Ja, es gibt ein Gebot, das wir auch in seinem Sinne befolgen sollen. Aber das ist das Liebesgebot. Es ist nicht irgendeine Satzung, irgendeine Handlung, es ist die Liebe zu Gott – und damit zu ihm – und zu den Menschen.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.

Das beantwortet auch die immer wieder gestellte Frage, ob wir als Christen denn gar keine Regeln befolgen müssten. Wir befolgen alle Regeln, ja sogar alle staatlichen Gebote, wenn es das Gebot der Liebe gebietet. Aber die Gebote stehen nicht im Mittelpunkt, sondern unsere Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.

An Jesus zu glauben und Gott zu lieben, das ist ein und dasselbe. Immer wieder müssen wir deutlich machen, dass wir uns nicht von dem deutschen Wort „glauben“ irritieren lassen dürfen. Glaube, das ist eine Liebesbeziehung, eine Bundesbeziehung wie z.B. ein Ehebund. Glaube darf keinesfalls mit einer Weltanschauung verwechselt werden, wie z.B. wenn einer ein Kommunist wäre und ein anderer wäre eben ein Christ. Der Kommunist denkt so und so über die Welt, und der Christ denkt eben auch irgendwie über die Welt. Es ist nicht eine Sache des Denkens, wie man über die Welt denkt. Christsein ist eine Liebesbeziehung zu Gott und eine feste Gemeinschaft mit der Kirche, mit Jesus und seinen Jüngern. Christsein ist eher wie Familienmitglied sein.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.

Ohne Gott zu lieben, ist man kein Christ. Wer nur irgendwie über Gott und die Welt nachdenkt, mag eine christliche Weltanschauung haben, aber er ist kein Christ. Christ bin ich erst dann, wenn ich aufgenommen werde in die Gemeinschaft der Kirche und mit der Kirche lebe und Gott und meine Mitmenschen liebe. Daher ist das Liebesgebot das wichtigste Gebot.

Gebet:

Jesus, mein Christsein ist mehr als eine Weltanschauung. Ich glaube an dich, ich suche ständig die Beziehung zu dir. Bitte hilf mir, meine Beziehung zu dir zu festigen und in der Liebe zu dir zu wachsen. Bitte verzeih mir meine Sünden, wo ich Erfüllung gesucht habe auf Wegen, die nicht deinen Geboten entsprechen.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

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