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gesichtsbeleuchtung

viel­leicht hal­ten wir uns in zu­kunft das te­le­fon nicht mehr vors ge­sicht, um et­was zu se­hen, son­dern um in ei­nem bes­se­ren licht zu er­sch­ei­nen. 

ix
Jul 16, 2026 · 2 min read · 2 reads

ls ich vor fast 30 jahren mit meinem damaligen mitbewohner hannes und ein paar kommilitonen in zürich das bühnenbild und licht für ein theaterstück gemacht habe, hatte hannes eine ganz bestimmte vorstellung vom licht.

er war fasziniert davon, wie das licht von bildschirmen das menschliche gesicht beleuchtet. damals waren die bildschirme vor unseren gesichtern noch flackernde, oft blaustichige röhrenmonitore.

moderne mobiltelefone sind nicht nur im wahrsten sinne des wortes mobile fernseher, sondern auch mobile gesichtsbeleuchtungen. sie sorgen dafür, dass menschen im dunkeln mit beleuchteten gesichtern durch die gegend laufen können.

in der ubahn habe ich auch schon oft beobachtet, dass mobiltelefone auch als beleuchtete spiegel genutzt werden können — und genutzt werden.

mich wundert allerdings, dass diese gesichtsbeleuchtungsfunktion noch keine apps hervorgebracht hat die das aktiv nutzen. auf macs gibt es für videokonferenzen bereits einen virtuellen, aber wirksamen leuchtring um sich vorteilhaft mit dem bildschirm auszuleuchten.

ich frage mich warum es sowas noch nicht als apps auf telefonen gibt: „zeichne dein gesicht weich, während du entspannt in der ubahn doom-scrollst“. man könnte sich vornehme blässe aufs gesicht zaubern oder seiner wut besonderen ausdruck verleihen.

mit ein bisschen hardware-aufwand, gerichteten LEDs oder schwachen lasern könnte man optisch, mit gezielt eingesetztem licht, leichte kosmetische korrekturen im gesicht vornehmen oder konturen betonen.

irgendwann, wenn mobiltelefone wirklich gut mit diesen lichteffekten sind und uns signifikant besser aussehen lassen können, wird die kosmetische wirkung von mobltelefonen vielleicht wichtiger als die bilder und videos auf dem bildschirm.

wer weiss, vielleicht halten wir uns in zukunft das telefon nicht mehr vors gesicht, um etwas zu sehen, sondern um in einem besseren licht zu erscheinen.

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