jimmy carr
ich finde jimmy carr wahnsinnig unsympathisch. aber auch witzig. seine moderation des britischen lol (last one laughing) war gut und witzig. er lacht komisch. obwohl ich ihn unsympathisch finde, mag ich ihn.
das ist ein phänomen, das ich im alter öfter erlebe. ich muss leute nicht mögen um sie zu mögen. vielleicht isses aber auch nicht das alter, sondern die briten. zum beispiel die briten im britischen lol: sehen komisch aus, sind nicht wirklich sympathisch aber sind doch alle irgendwie liebenswert.
vor ein paar tagen habe ich diesen schlimmen podcast mit jimmy carr und katherine ryan gesehen. das gespräch ist sehr inspirierend für fremdschäm-aficionados, aber weil beide es schaffen ihre peinlichen haltungen und ansichten auf verschiedenen metaebenen zu reflektieren habe ich bis minute 40 durchgehalten.
peinlichgerweise teile ich einige ansichten von jimmy carr und eine idee gefiel mir besonders gut. sinngemäss lautet sie:
What could you do today that you tomorrow would be happy you did?
das ist in der tat ein wunderbares werkzeug zur selbtmanipulation. meine, sehr viel primitivere version dieser idee resulzierte aus einer beobachtung: wenn man schokolade oder süssigkeiten an einem absurden ort lagert, schafft man es manchmal sie zu vergessen und seinem zukünftigen ich eine grosse freude zu machen, wenn es die süssigkeit wieder findet.
mir hilft diese idee auch gelegentlich weniger zu essen. denn alles was ich auf dem teller oder der schüssel lasse, über das kann ich mich dann am nächsten tag beim resteessen zum frühstück freuen.
die frage, was man für sein morgiges ich heute tun könnte, über das es sich morgen freuen würde, scheint jimmy carr bei jeder gelegenheit zu wiederholen. zum beispiel bei diesem aufttritt in frankfurt. dort zeigt sich jimmy carrs stärke, die vielleicht auch sein schwäche ist. er ist nicht nur vorbereitet witzig, sondern auch spontan witzig und ernst. er schafft es nicht nur mit zwischenrufern souverän umzugehen, er kultiviert und organisiert in seinen shows offenbar sogar das zwischenrufen. dabei wandelt er relativ gekonnt zwischen witzig, ernst und beleididigend. aber irgendwann erschien mir carrs ernste seite dann so pathetisch, dass ich auch das video vom franfurter auftritt schliessen musste.
vielleicht ist geplante ambivalenz heutzutage die eigentliche kunst?
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