03.10.2026
zwanzig minuten vom neuen tom cruise film digger gesehen und dann abgebrochen. hannah pilarczyk auf spiegel online hatte recht. das waren 20 sehr langweilige minuten. die intention war klar, das sollte alles so absurd wirken, dass es durch die überhöhung und überspitzung witzig oder interessant wird. das klappt gelegentlich bei anderen filmen und serien, zum beispiel bei preacher von sam catlin und seth rogen oder barton fink oder the grand budapest hotel. aber bei digger wirkte das alles nachgeäfft und unoriginell und nervig.
in östereich heisst aldi (süd) hofer.
der shitvote, bzw. die klickbare poo-endmarke verspritzt jetzt nicht nur herzen, wenn man sie klickt, sondern löst auch einen tusch aus.
der witz ist allerdings, dass nur ich den tusch höre, wenn ich in meinem zimmer bin. technisch löst kirby über einen webhook den tusch in meinem home assistant aus, der den tusch auf meinem lautsprecher in meinem zimmer abspielt. somit kann jedermensch bei mir im zimmer jederzeit ein geräusch auslösen. bis mich das irgendwann mal nerven sollte.
die antwort auf die frage warum ich sowas mache lautet natürlich: weil es geht.
wenn ich so zurückdenke an die zeit ohne mobiltelefone und internet, kommen mir die dinge die wir damals getan haben sehr eigentümlich vor. wir haben einander einfach besucht. also im sinn von, ich verlasse mein haus, gehe zum haus einer freundin und klingle an der tür. wenn sie nicht da war, ging ich woanders hin oder zurück nach hause. ich bin sicher, dass wir uns gelegentlich auch verabredet haben. aber ich kann mich an diese verabredungen nicht mehr erinnern. ich erinnere mich nur, ständig zu freunden gegangen zu sein oder dass freunde bei uns klingelten.
ich erinnere mich auch, dass wir dann meistens erstmal kaffee oder tee getrunken haben. unmengen davon. manchmal haben wir dann gemeinsam überlegt, zu anderen freunden oder freundinnen zu gehen oder spazieren zu gehen. ich glaube ich habe meine teenager jahre vornehmlich damit verbracht, in meiner freizeit andere leute auf gut glück zu besuchen.
in meinen frühen twens konnte ich eins der autos meiner eltern benutzen und hatte später sogar ein eigenes auto und habe das prinzip automobil fortgeführt: ich bin zu freunden gefahren und habe sie besucht. sehr oft ohne ankündigung. ich glaube wenn die freunde weiter entfernt wohnten, habe ich vorher auch mal das telefon benutzt. ich kann mich aber an kein einziges solches telefonat erinnern, nur dass ich gelegentlich von heinsberg aus hunderte kilometer nach fulda oder marburg gefahren bin, um dort freunde oder freundinnen zu besuchen.
wie gesagt. in der rückschau kommt mir das sehr merkwürdig vor, aber die erinnerungen sind auch ein bisschen nebulös. aber so muss es gewesen sein. wir haben unsere jugend damit verbracht uns gegenseitig zu besuchen und zeit miteinander zu verbringen. kaffee und tee trinken und pläne schmieden. und dann planlos irgendwas zu machen, gemeinsam in die tage reinleben.
sehr schöne links bei jawl (via):
- pessimistsarchive.org, ein archiv mit alten zeitungsmeldungen über die gefahren vom lesen im bett (“Reading in bed was once considered as degenerate and sleep sapping as bed bound smartphone scrolling”) oder forderungen nach walkmanverboten (“cause deafness, accidents and neuroses”).
- oder eine weltkarte mit orten an denen filme gedreht wurden.
nachdem ich ein paar wochen lire als rss reader ausprobiert habe, bin ich jetzt wieder zurück beim guten alten reeder classic. lire hat mich immer wieder irritiert mit eigentümlichen caching, wiederholtem vorladen von bildern und war in bestimmten situationen nicht dazu in der lage gelesene artikel als gelesen zu behalten. der reeder classic spart es sich mich zu irritieren, auch wenn die inlne-anzeige von youtube-videos nicht mehr funktioniert.
ich finde floppy nach wie vor super. besonders gut gefällt mir welche stati man medien in floppy zuordnen kann: kein status, abgeschlossen, laufend, geplant, pausiert und abgebrochen. gelegentlich beherzt abbrechen ist gut, meint auch thomas gigoldt. digger hab ich abgebrochen weils mir zu blöd wurde, neagley hab ich nach drei folgen abgebrochen, weil es mir zu stereotypisch und konstruiert wurde. abbrechen ist gut. nach eine kleinen pause schaue ich jetzt dafür wieder mit grossem vergnügen burn notice.
das schreiben dieser notizen breche ich jetzt auch ab.
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