Zurück aus dem Harz
So, Freunde, ich bin zurück aus meiner Pause. Von der hatte ich ja vor ein paar Tagen geschrieben. Wir waren im Harz, und es war großartig. Ich habe erst überlegt, ob ich schon wieder mit dem Bloggen anfange. Aber hey, am Ende kann ich ja doch nicht aus meiner Haut. Allerdings weiß ich schon, dass...
o, Freunde, ich bin zurück aus meiner Pause. Von der hatte ich ja vor ein paar Tagen geschrieben. Wir waren im Harz, und es war großartig. Ich habe erst überlegt, ob ich schon wieder mit dem Bloggen anfange. Aber hey, am Ende kann ich ja doch nicht aus meiner Haut. Allerdings weiß ich schon, dass das Alles bis auf weiteres mit angezogener Handbremse ablaufen wird. Vielleicht weniger im Blog, aber im so genannten Social Media. Das ist mir nach wie vor nicht wirklich was. Aber der Reihe nach.
Da kommst du zurück, und Europa brennt
Nein, ich mache hier keine Zeigefinger-Debatte auf. Und in Sachen Aber-hastenichgesehn bin ich auch nicht so richtig gut. Es ist aber tatsächlich so, dass in den letzten Tagen ziemlich viel von Bränden die Rede war. Auch in der Nähe unserer Unterkunft, die nahe Wernigerode war. Ihr könnt euch aber auch nicht vorstellen, wie furztrocken der gesamte Harz ist. Das hatte mich vor Jahren schon erschrocken. Und es ist halt nicht besser geworden. Die Leute im Harz haben echt Angst um ihre Heimat.
Da latscht du als Städter an der „Steinernen Renne“ in den Wald rein und freust dich, dass du vage etwas Waldgeruch wahrnimmst. Das erzählst du am Abend den Vermietern der Ferienwohnung, und die sagen dir: Ach, das ist doch alles ausgetrocknet und hat doch nichts mehr mit Wald zu tun. Du gehst an der Ilse entlang in Richtung Brocken und siehst, wie um dich herum ganze Baumgruppen wegsterben. Es ist der Borkenkäfer, der den Wald auffrisst, sagen sie im Harz.
Aber es war wieder ein unbeschreibliches Erlebnis. Wernigerode hat echt viel zu bieten, Ilsenburg auch. Und wenn ich an die Woche zurück denke, fällt mir auf: Dort wohnen keine Monster. Also das Gerede der Mastodon-Besserwisser stimmt nicht. Es sind nicht „die Ausländer“ die dort unerwünscht sein sollen. Natürlich steht mal auf einer Brücke ein trauriger, versprengter Haufen und wedelt mit der Reichsflagge. Aber sonst sind das einfach nur Leute, die ein gutes Leben haben wollen.
Ein Beispiel: Unsere Wirtin arbeitete in Wernigerode, zwei Orte weiter, im Schichtdienst. Spätdienst bis 18 Uhr. 17:55 Uhr fährt von dort aber der letzte Bus, wenn er mal fährt. Für 10 Minuten Fahrt müsste sie etwa 6 Euro zahlen. Das kotzt die Leute an, nicht „die Ausländer“. Also lasst das Gebrabbel zu Dingen, von denen ihr keine Ahnung habe. Die habe ich ja auch nicht, aber das haben mir die Leute dort erzählt.
Jedenfalls brannte Europa. Das Hohe Venn in Belgien, der Harz, im Erzgebirge, in Südeuropa. Das ist echt schlimm. Der Regen bleibt aus, die Böden trocknen aus, die Temperaturen schießen durch sämtliche Decken. Und dann siehst du Leute auf einem Autobahn-Parkplatz stehen, die ihre Kippen einfach mal Richtung verdorrte Wiese schnippen. Und ihr fragt euch, wieso die NASA im Weltall nach intelligentem Leben sucht?
Und sonst so?
Wie gesagt, im Harz sind sie nicht alles „Nazis“, wie das Mastodon gern behauptet. Die wünschen sich halt Zeiten zurück, in denen es Ärzte gab, die Busse fuhren, der kleine Laden im Dorf noch da war. Sowas in der Art. Und denen fehlt die Fantasie, dass ein Sven Schulze das hinbekommt. Die glauben zwar auch nicht, dass Ulrich Siegmund irgendwas außer Sprüchen auf der Pfanne hat. Aber der kommt wenigstens mal vorbei. Das ist das, was man mitnimmt, wenn man zurück guckt.
Und dann guckst du auf Mastodon rum. Also wenn irgendeine App auf deinem Android-Handy dich gucken lässt und nicht einfach amok läuft. Und du fragst dich, wovon da die Rede ist. Du findest das Alles irgendwie abgehoben, als ob sich da viele Diskussionen einfach nur um sich selbst drehen. Du willst da momentan gar nicht zurück, es reizt dich nicht mehr. Also guckst du mal nach Blogs. Und da siehst du, dass wieder Blogs aufgegeben wurden.
Bloggern macht es einfach keinen Spaß mehr. Das ist extrem ernüchternd. Denn irgendwie merke ich auch bei mir, dass der Funke nicht mehr ganz so glüht. Aber ich will und werde nicht einfach aufgeben. Nicht, weil ich euch das irgendwie schuldig bin. Sondern, weil ich einfach immer wieder meine Beobachtungen aufschreiben will. So aus meiner Sicht. Und mir ist dabei ein Humbug wie „Google Zero“ vollkommen egal.
Ich bin erstmal wieder zurück beim Bloggen. Der Harz war super, ist allerdings auch ziemlich kaputt. Die Leute dort sind herzlicher als in manch anderen Gegenden in Deutschland. Ich fühle mich erstmal soweit erholt, dass ich bis Oktober „durchhalte“. Und dann schauen wir erstmal, wie das hier und sonstwo auf der Welt weitergeht.
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